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Affenpocken

Die Fälle im Kontext der Affenpocken hat sich sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene zugespitzt.

Affenpocken

Krankheitsbild Affenpocken

Fälschlicherweise werden die Affenpocken namensgebunden oftmals den Affen als Ursprung zugewiesen. Allerdings handelt es sich bei der Pocken-Ansteckung um ein typisches Krankheitsbild verschiedener Nagetiere. Bei der Übertragung an Menschen kommt es folglich zu sogenannten Fehlwirten. Die Affenpocken bilden dabei eine abgeschwächte Form der „Echten Pocken“, die seit 1980 mittels der globalen Impfkampagne als ausgerottet gelten. Starke Fieberanfälle, Lymphknotenschwellungen und die typischen Hautveränderungen gehören zu den Haupt-Symptomen, aber auch Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskel- und Rückenschmerzen sowie übermäßige Erschöpfung gehören zu den markanten Indikatoren. Die klassische Schmierinfektion wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, aber auch das gemeinsame Nutzen von Bettwäsche oder das Teilen von Kleidung von Infizierten übertragen.

Affenpocken in Deutschland

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hat erstmals in Deutschland die Affenpocken nachgewiesen. Das Institut konnte das Krankheitsbild am 19. Mai 2022 zweifelsfrei identifizieren. Bei dem Patienten handelte es sich um eine einreisende Person, die sich zuvor in Brasilien aufgehalten hatte. Mittlerweile sind drei Fälle in Deutschland bekannt: der erste in München, zwei weitere in Berlin. Mit mehreren bestätigten Fällen in Großbritannien, Spanien und Portugal könnten sich die Affenpocken zu einer global relevanten Infektionskrankheit entwickeln. Das Robert-Koch-Institut hält das Risiko einer großen Ansteckungswelle in der Bundesrepublik für gering. Die WHO berichtet am 20. Mai von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen in Ländern, in denen das Virus normalerweise nicht auftritt.

Empfehlungen der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält Maßnahmen gegen Affenpocken für „dringend notwendig“ und fordert eine Reihe von Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung der Affenpocken. Dabei ist eine Stärkung des Bewusstseins für die Virenerkrankung essenziell. Außerdem müssten Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert werden, sowie Ansteckungswege rückverfolgt werden.