Über 1.000 Todes-Verdachtsfälle

Diese Impfnebenwirkungen wurden bisher gemeldet

In einem aktuellen Sicherheitsbericht führt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf, welche Impf-Nebenwirkungen bisher gemeldet wurden.
In einem aktuellen Sicherheitsbericht führt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf, welche Impf-Nebenwirkungen bisher gemeldet wurden.
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23. Juli 2021 - 9:55 Uhr

Paul-Ehrlich-Institut verzeichnet 1028 Todes-Verdachtsfälle

Die Impfkampagne im Kampf gegen das Coronavirus ist seit Dezember in vollem Gange. Mittlerweile wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) über 74 Millionen Dosen verabreicht, fast die Hälfte der Deutschen ist zwei Mal gegen Covid-19 geimpft und somit zunächst vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat nun einen aktuellen Sicherheitsbericht veröffentlicht und mitgeteilt, welche Komplikationen und Nebenwirkungen im Zeitraum von Dezember 2020 bis Juni 2021 in Bezug auf die Impfungen gemeldet wurden.

Oft geht alles gut, aber eben nicht immer.

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Diese Impfnebenwirkungen gibt es

Dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel wurden – laut ihres aktuellen Sicherheitsberichts – insgesamt 106.835 Verdachtsfälle gemeldet, bei denen es zu Nebenwirkungen und Komplikationen gekommen ist und sich ein eindeutiger Bezug zur Corona-Impfung feststellen lässt. Wie das Paul-Ehrlich-Institut ebenfalls berichtet, sollen davon über 10.000 "schwerwiegende unerwünschte Reaktionen" mit sich gebracht haben, "in 1028 dieser Verdachtsfälle sind die Personen in unterschiedlichen zeitlichen Abständen zur Impfung gestorben."

Für alle Covid-19-Impfstoffe liegt die Rate aller Nebenwirkungen und Komplikationen bei 1,4 pro 1000 Impfdosen. Zu schwerwiegenden Reaktionen kommt es nur bei 0,1 pro 1000 Dosen, sprich in einem Fall auf 10.000 Impfungen. Auch wenn solche Fälle demnach eher selten sind, treten sie dennoch auf.

Lese-Tipp: Heftigere Impfreaktionen bei der 2. Impfung: Wie kann ich sie verhindern?

Das sind laut PEI die häufigsten Nebenwirkungen

 Die Stadt Köln beginnt, Menschen in Stadtteilen mit besonders hoher Inzidenz - sogenannte Hochinzidenzgebiete - zu impfen. In Chorweiler sind deshalb Corona-Impfteams unterwegs. Auch ein Impfbus kommt zum Einsatz. Köln, 04.05.2021 *** The city of Co
Auch wenn Nebenwirkungen auftreten können, ist kaum ein Mittel im Kampf gegen das Coronavirus so wichtig und effektiv wie die Impfung.
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Das Paul-Ehrlich-Institut führt als häufigste Impf-Nebenwirkungen die Schmerzen an der Einstichstelle und unerwünschte Reaktionen wie Kopfschmerzen, Ermüdung/Erschöpfung, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen und grippeähnlichen Symptomen an.

Allerdings muss bei den Nebenwirkungen zwischen den verschiedenen Impfstoffen unterschieden werden: Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna kam es weniger zu Fieber und grippeähnlichen Symptomen als bei AstraZeneca und Johnson & Johnson. Bei letzten beiden Impfstoffen, die beides Vektor-Impfstoffe sind, dominiert bei den schwerwiegenden Impf-Komplikationen vor allem das Auftreten von Thrombosen. Die meisten dieser Fälle sollen wohl innerhalb von drei Wochen nach der Corona-Impfung aufgetreten sein, wie aus dem Sicherheitsbericht hervorgeht. Als schwerwiegende Nebenwirkungen bei mRNA-Impfstoffen werden vor allem Herzmuskelentzündungen genannt. Die genaue Häufigkeit kann laut REI aber bislang noch nicht ermittelt werden. Der Grund: Bisher fehlen epidemiologische Studien dazu. Ein Zusammenhang zwischen Herzumuskelentzündungen und mRNA-Impfstoffen konnte von Ende Dezember bis Ende Juni 173 Mal in Deutschland hergestellt werden.

Lese-Tipp: mRNA-Impfung: Auch WHO vermutet Zusammenhang mit Herzproblemen

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Auch die These mit den Zyklusstörungen bestätigt das Paul-Ehrlich-Institut

Seit einiger Zeit geistern immer mehr Berichte von Frauen im Netz und auf Social Media herum, in denen von starken, vaginalen Blutungen berichtet wird, die nach einer Corona-Impfung aufgetreten sein sollen. Auch der Zyklus soll sich nach der Impfung verändert haben. Das Paul-Ehrlich-Institut bestätigt diese Vermutung in seinem Sicherheitsbericht, da es Blutungen als "schwerwiegende unerwünschte Impf-Reaktion" aufführt. Darunter tummeln sich Meldungen über Zyklusstörungen und verstärkte Menstruationsblutungen, die in einigen Fällen aufgetreten sein sollen. (vdü)

Lese-Tipp: Frauen berichten von Blutungen nach Corona-Impfung - woran liegt's?

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