Venöse Malformation

Sie hat einen Arm wie Hulk: Das steckt hinter Olivias mysteriöser Krankheit

Olivia hat einen Arm wie Hulk Venöse Malformation
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Venöse Malformation
Olivia hat einen Arm wie Hulk

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Olivia Klopchin aus Vermont ist eine junge hübsche Frau, die sich jedoch durch eine Sache von ihren Mitschülern und Freunden unterscheidet: Die 17-Jährige hat einen Gendefekt, wodurch ihr rechter Arm ständig extrem angeschwollen ist. Als Kind wurde Olivia deswegen sogar als „Hulk“ bezeichnet, das grüne Monster aus dem Comic. Das hat sie sehr verletzt, aber inzwischen ist Olivia stolz auf ihren Arm und will ihn auch nicht länger verstecken. Wie beeindruckend die junge Frau mit ihrem Schicksal umgeht, zeigen wir im Video.

Eine venöse Malformation ist eine Fehlbildung der Venen

Olivia war noch ein Baby, als die Familie das erste Mal bemerkte, dass an ihrer kleinen Tochter irgendetwas anders ist. Ihr linker Arm sah anders aus als der rechte, aber die Ärzte hatten zuerst keine richtige Erklärung; vermuteten einen Bluterguss. Erst als sie zwei Jahre alt war, bekam die Familie eine Diagnose: Oliva hat einen Gendefekt , eine sogenannte venöse Malformation.

Was genau das ist, erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht im RTL-Interview: „Das heißt nichts anderes als eine Fehlbildung der Venen. Es gibt auch Fehlbildungen bei anderen Gefäßen, zum Beispiel der Arterien, sie können aber auch überall sein, auch in Organen. In diesem Fall scheinen aber vor allem die Venen betroffen zu sein. Einen Eigennamen gibt es für diese Erkrankung allerdings nicht.“

In Olivias Fall bedeutet das: Es bilden sich alle zwei bis vier Wochen Blutgerinnsel; der Arm ist dadurch knubbelig und ständig geschwollen. Schmerzen hat sie nicht, aber die 17-Jährige hat lange Zeit unter dem Anderssein gelitten, wie sie im Interview mit „Barcroft TV“erzählt.

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Lange Zeit hat Olivia unter ihrem deformierten Arm gelitten

„Ich glaube ich war zwölf, als mich jemand als Hulk bezeichnet hat, als das grüne Monster aus den Superheldenfilmen. Das hat mich damals wirklich sehr verletzt", erinnert sie sich im Interview. Aber inzwischen stehe sie über den fiesen Bemerkungen und neugierigen Blicken. Sie versteckt ihren anders aussehenden Arm nicht länger, sondern zeigt ihn mit Stolz. „Ich denke, dass ich einfach ein schöner Mensch bin und dass niemand jemals in der Lage sein wird, das zu beeinflussen“, sagt die 17-Jährige selbstbewusst.

Aber wie kommt es überhaupt zu dieser Krankheit? Mediziner Dr. Christoph Specht erklärt: „ Eine solche venöse Malformation ist genetisch bedingt, aber nicht in der Weise, dass es von den Eltern weitergegeben wird, sondern es ist eine spontane Mutation. Irgendein Kind hat es einfach.“ Dabei seien vaskuläre Fehlbildungen beziehungsweise Malformationen gar nicht mal so selten. „Man geht in Deutschland ungefähr von 300.000 Fällen aus. Aber das sind meistens kleine Befunde. Das, was wir hier sehen, in diesem Beispiel, ist schon ein sehr sehr ausgeprägter Befund und das ist sehr viel seltener", so Specht.

Olivias Gendefekt ist nicht heilbar,aber sie hadert nicht länger mit ihrem Schicksal. Sie will anderen Betroffenen Mut machen, sie inspirieren und ihnen Selbstbewusstsein geben. Schließlich weiß die 17-Jährige ganz genau, wie es sich anfühlt, anders auszusehen als andere. (kko)