Olaf Scholz im Exklusiv-Interview

Scholz: "Große Mehrheit will, dass ich die nächste Regierung anführe"

27. September 2021 - 20:34 Uhr

Olaf Scholz schon designierter Bundeskanzler?

Noch SPD-Kanzlerkandidat oder doch schon designierter Bundeskanzler? Für Olaf Scholz sind solche Bezeichnungen einen Tag nach der Wahl nicht von Bedeutung. Die SPD ist bei der Bundestagswahl stärkste Partei geworden. Jetzt geht es darum, eine Regierung zu bilden. Im Interview mit RTL-Moderator Peter Kloeppel spricht sich Scholz für eine Ampel-Koalition aus. FDP und Grüne würden wie die SPD die "Idee des Fortschritts" vertreten und damit genau die richtige Basis für eine nächste Regierung bilden. Warum er CDU/CSU nicht für geeignet hält, erzählt Scholz im Video.

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SPD-Kanzlerkandidat Scholz "Bürgerinnen und Bürger haben sehr klares Urteil gefällt"

Einen Tag nach der Wahl ist Olaf Scholz, dessen Partei die Bundestagwahl als stärkste Kraft gewonnen hat, schon voller Tatendrang. "Es geht darum, dass wir jetzt aus dem Wahlergebnis auch eine Regierung formen. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein sehr klares Urteil gefällt," so Scholz im Interview mit RTL. Das "klare Urteil" der Wählerinnen und Wähler beziehe sich auch auf die Koalitionspartner der SPD. Schließlich hätte es nur drei Parteien mit deutlichen Stimmzuwächsen gegeben: Die SPD, die Grünen und die FDP.

Dass es wirklich am Ende zu einer Ampel-Koalition kommen wird, da ist Scholz "ziemlich optimistisch": Auf einer Skala von eins bis zehn bewertet er die Wahrscheinlichkeit einer Ampelkoalition mit einer neun.

Alle drei Parteien stehen laut Scholz für die "Idee des Fortschritt", die in den Wahlprogrammen der Parteien verankert ist. Scholz nennt Punkte wie die "technologische Modernisierung", Lösungen für den Klimawandel oder eine "gesellschaftliche Liberalisierung". "Insofern glaube ich schon, dass da die Basis ist für das, was jetzt am Anfang der 20er Jahre notwendig ist."

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Union gehört nach Bundestagswahl in die Opposition

Von den Ambitionen der zweitplatzierten Union hält Scholz wenig. "Die Bürgerinnen und Bürger haben ja eigentlich mitgeteilt, was sie sich vorstellen." Eine Partei, die "sehr sehr massive" Stimmverluste hinnehmen musste, entspräche nicht der Vorstellung der Wähler.

Eine Kanzlerschaft unter seinem Namen allerdings schon: "Dann wünschen sich ja auch eine große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, dass ich die nächste Regierung anführe." Die Union müsse in die Opposition gehen, das hätte der Bürger so bestimmt, so Scholz zur Möglichkeit einer Großen Koalition. (khe)

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