Virologin Jana Schroeder mahnt

“Ohne sichere Schulen und Kitas kriegen wir keine effiziente Pandemiebekämpfung hin!“

17. Juni 2021 - 12:56 Uhr

Delta-Variante des Coronavirus auf dem Vormarsch

Die zuerst in Indien aufgetauchte Mutation des Coronavirus, inzwischen Delta-Variante genannt, ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Im Vergleich zum Vortag hat sich ihr Anteil verdoppelt. Was das jetzt bedeutet und wie besorgniserregend das ist, darüber hat RTL-Reporterin Doro Steitz mit der Virologin Dr. Jana Schroeder gesprochen.

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Schulen durch Luftfilter, Test- und Maskenpflicht nach den Ferien infektionssicher machen

"Diesen Sommer müssen Pläne für den Herbst gemacht werden und die Umsetzung muss jetzt beginnen. Man darf nicht den Respekt vor dem Virus verlieren!" so die Virologin. Für die Schulen gebe es eine Reihe ganz konkreter Dinge. Dazu gehören für Dr. Jana Schroeder neben niedrigen Infektionszahlen, dann sind Ausbrüche nämlich auch an Schulen seltener, folgende Maßnahmen:

  • eine uneingeschränkte Maskenpflicht nach der Rückkehr aus dem Urlaub,
  • flächendeckende Installation von Luftfiltern,
  • die Beibehaltung der Testpflicht für Schüler und Schülerinnen,
  • kleinere Klassengruppen, beispielsweise auch mal Unterricht draußen
  • bei Ausbrüchen ein unkomplizierter und übergangsloser Wechsel in den Distanzunterreicht, also Stichwort Digitalisierung der Schulen.

"Ohne sichere Schulen und Kitas kriegen wir keine effiziente Pandemiebekämpfung hin!", mahnt die Virologin.

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Deltavariante ist eine Art Super-Spreader-Mutation

"Die Welle mit der Deltavariante, die ist bereits quasi gebucht, auch für Deutschland," warnt die Virologin und reiht sich damit ein in eine Riege der Warnenden. Auch Karl Lauterbach hatte schon vor einem "Sturm im Herbst" gesprochen, der durch die Delta-Variante auf uns zu kommt. "Es ist nur die Frage, wie groß die (Welle) ausfällt und der Zeitpunkt ist auch unklar. Also, hier im Wettrennen zwischen der Delta und den Impfungen muss auf jeden Fall die Impfung gewinnen", so Schroeder. Das liege daran, dass die Deltavariante, die zuerst in Indien festgestellt wurde, als deutlich ansteckender gilt.

Das ursprüngliche Coronavirus hatte eine Übertragbarkeit, also einen R-Null-Wert, von 2,5, das heißt, ein Patient hat 2,5 andere Menschen im Durchschnitt angesteckt. Der R-Null-Wert der Delta-Variante liege bei 5-8. "Das ist sogar eine Art Super-Spreader Variante, also eine Variante, die wesentlich leichter übertragbar ist," so Schroeder.

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