Mutation aus Südamerika

Lambda-Variante könnte resistent gegen Impfstoffe sein

In vielen Ländern kommen immer wieder neue Corona-Varianten zum Vorschein
In vielen Ländern kommen immer wieder neue Corona-Varianten zum Vorschein
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05. August 2021 - 9:26 Uhr

Japanische Forscher warnen vor der Mutation

Im August 2020 wurde in Peru das erste Mal eine Corona-Infektion mit der Lambda Variante nachgewiesen. Inzwischen gibt es Fälle in über 30 Ländern. Deshalb ist die Variante seit Juni diesen Jahres als "Variante unter Beobachtung" auf der Website der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelistet. Ein Team von Forschern aus Japan plädiert nun dafür, diese Einstufung auf "besorgniserregende Variante" anzuheben – der Grund sind die Ergebnisse einer Studie, die das Team über die letzten Wochen durchgeführt hat.

Möglicherweise resistent gegen Antikörper

Laut der Studie lassen sich im Spike-Protein der Lambda-Variante drei Mutationen beobachten. Die könnten möglicherweise dazu führen, dass der Virus resistent gegen die Antikörper wird, die wir bei der Coronaimpfung verabreicht bekommen. Zusätzlich gibt es in dem Virus zwei weitere Mutationen, die zu einer höheren Ansteckungsrate bei Menschen führen könnte.

Die Kombination dieser Faktoren ist für die japanischen Experten Grund zur Besorgnis. Der leitende Forscher der Studie, Kei Sato von der Universität Tokio, nennt die Mutation "eine potenzielle Bedrohung für die menschliche Gesellschaft."

Neue Einstufung bleibt abzuwarten

Ob die Lambda-Variante gefährlicher als die Delta-Variante ist, bleibt aktuell noch unklar. Durch die Neuartigkeit der Lambda-Variante gibt es noch nicht ausreichend Informationen, um einen Vergleich ziehen zu können.

Der Datenwissenschaftler Cornelius Römer glaubt nicht an eine besondere Bedrohung durch Lambda. "Lambda ist höchst wahrscheinlich WENIGER übertragbar als Delta", schreibt er in einem Twitter-Thread. "In keinem Land außerhalb Südamerikas, nichtmal in Brasilien wo Gamma zuerst aufgetreten war hat sich Lambda je durchgesetzt. Gamma und Delta waren immer übertragbarer. Das ist der Punkt wo man aufhören sollte sich sorgen zu machen", so Römer weiter.

Ob und wann die WHO die Einstufung der Mutation ändert, ist vermutlich abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen in den nächsten Wochen. (msc, dhe)

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