Neue Studienergebnisse zu Corona-Langzeitfolgen

Klarheit für viele Betroffene? 4 Risikofaktoren für Long Covid entdeckt

Forscher haben neue Long-Covid-Risikofaktoren gefunden (Motivbild)
Forscher haben neue Long-Covid-Risikofaktoren gefunden (Motivbild)
© Mindful Media

29. Januar 2022 - 16:43 Uhr

Long Covid galt lange als Rätsel. Unklar war bisher, was die über Monate anhaltenden Beschwerden verursacht. Forscher haben nun Risikofaktoren herausgefunden, die bereits frühe Warnsignale darstellen könnten. Die neuen Erkenntnisse könnten zudem helfen, Therapien gegen die Langzeitfolgen zu finden.

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Long Covid: Die "Krankheit" nach der Infektion

Mittlerweile ist bekannt, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2 nicht nur unmittelbare Folgen für den Betroffenen hat, sondern unter Umständen noch sehr lange die Gesundheit beeinträchtigen kann. Long Covid wird das Phänomen genannt, das immer noch in vielen Punkten als mysteriös gilt.

Unklar war bis zuletzt, was diese Langzeitfolgen von Covid-19 auslösen kann. Wie ntv berichtet, hat eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift "Cell" veröffentlicht wurde, nun Risikofaktoren für Long Covid ausgemacht.

Diese vier Faktoren erhöhen Long-Covid-Risiko

US-Forscher hatten für ihre Untersuchung mehr als 200 Patienten zwei bis drei Monate nach der ersten Covid-19-Diagnose beobachtet. Die Erkrankten waren zwischen 18 und 89 Jahre alt und hatten sich 2020 oder Anfang 2021 mit dem Coronavirus infiziert. Die Forscher konnten insgesamt vier Faktoren ausmachen, die offenbar das Risiko, noch Wochen später an Long Covid zu leiden, erhöhen:

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  • Ein hoher Gehalt an Coronavirus-RNA im Blut zu Beginn der Infektion – ein Hinweis auf eine hohe Viruslast.
  • Das Vorhandensein bestimmter Autoantikörper – also Antikörper, die sich fälschlicherweise gegen das körpereigene Gewebe richten. Diese treten auch bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis auf.
  • Die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus, mit dem sich die meisten Menschen oft schon in jungen Jahren infizieren, das in der Regel aber inaktiv ist.
  • Typ-2-Diabetes – jedoch betonen die Forscher, dass dies womöglich nur eine von mehreren Vorerkrankungen sein könnte, welche das Risiko für Long Covid erhöhen.

Die in der Studie begleiteten Patienten waren nach 20 Symptomen befragt worden, die mit Long Covid in Verbindung gebracht werden – darunter Abgeschlagenheit und geistige Beeinträchtigungen wie Konzentrationsschwäche oder Kurzatmigkeit. Von den Patienten, die über drei oder mehr Symptome berichteten, hatten 95 Prozent einen oder mehrere der vier biologischen Faktoren, die in der Studie identifiziert worden waren.

Der Faktor mit dem größten Einfluss scheinen die Autoantikörper zu sein, schlossen die Forscher. Sie traten bei zwei Dritteln der Long-Covid-Fälle auf.

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Neue Erkenntnisse könnten Therapien ermöglichen

"Es ist der erste wirklich solide Versuch, einige biologische Mechanismen für Long Covid zu finden", kommentierte Steven Deeks, Professor für Medizin an der University of California, in der "New York Times" die Studie, an der er nicht selbst beteiligt war. Jeder der vier identifizierten Faktoren sei "biologisch plausibel" und stimme mit Theorien überein, die auch von anderen Forschern verfolgt würden. Besonders wichtig sei, dass man nun Ansätze habe, gegen Long Covid vorzugehen. Wenn sich die Erkenntnisse bestätigten, könnten Ärzte "Maßnahmen entwickeln, die den Menschen helfen".

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In den ersten Wochen nach der Erkrankung haben nach derzeitigen Expertenschätzungen etwa zehn Prozent der Covid-19-Patienten mit anhaltenden Beschwerden zu tun, die direkt auf die Krankheit zurückgehen. Als Long Covid definieren etwa die deutschen Patientenleitlinien Beschwerden, die länger als vier Wochen nach der Infektion bestehen. Als Post Covid wird bezeichnet, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen nach der Infektion den Alltag einschränken. (ntv.de/vdü)

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