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Neue Corona-Studie: Covid-19 erhöht Alzheimer-Risiko ums 3,5-fache

Gesundheitsdaten von mehr als der Hälfte der Bevölkerung analysiert

Neue Studie sorgt für Klarheit: Corona erhöht Alzheimer-Risiko

Eine Seniorin schaut aus dem Fenster.
Laut einer neuen dänischen Studie sorgt eine Corona-Infektion für ein erhöhtes Alzheimer-Risiko.
"Nicolas Hansen ", Nicolas Hansen

Das Coronavirus wird schon länger mit verschiedenen Nervenkrankheiten in Verbindung gebracht. Jetzt ist klar: Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, hat ein höheres Risiko, an Nervenkrankheiten wie Alzheimer und Parkinson zu erkranken – das ist das Ergebnis einer neuen, groß angelegten Studie aus Dänemark, für die Gesundheitsdaten von mehr als der Hälfte der Bevölkerung analysiert worden waren.

3,5-fach erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken

Im Rahmen der neuen Studie schauten sich die Forscher Daten von 919.731 Menschen genauer an, die auf Covid-19 getestet worden waren. Davon hatten 43.375 ein positives Ergebnis erhalten. Und unter diesen Patienten stellten die Autoren ein 3,5-fach erhöhtes Risiko fest, an Alzheimer zu erkranken. Für Parkinson war das Risiko um das 2,6-Fache und für einen Hirninfarkt um das 2,7-Fache erhöht. Sogar fast 5-fach erhöht war für sie die Gefahr, eine Hirnblutung zu erleiden.

Lese-Tipp: An welchen Anzeichen erkennt man eine Alzheimer-Erkrankung?

Die Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Neurologie (EAN) vorgestellt wurde, analysierte stationäre und ambulante Patienten in Dänemark zwischen Februar 2020 und November 2021 sowie Grippe-Patienten aus dem entsprechenden Zeitraum vor der Pandemie. Die Forscher setzten dabei statistische Verfahren zur Berechnung des relativen Risikos ein.

Covid-19-Patienten hatten zudem 1,7-fach erhöhtes Hirninfarkt-Risiko

„Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie war die genaue Art und die Entwicklung der Auswirkungen von Covid-19 auf neurologische Erkrankungen mehr als zwei Jahre lang nicht geklärt", sagte Pardis Zarifkar vom Rigshospitalet in Kopenhagen und Hauptautor der Studie laut einer Mitteilung. Frühere Studien hätten zwar einen Zusammenhang mit neurologischen Syndromen festgestellt, so Zarifkar. Es sei aber unklar geblieben, ob Covid-19 auch die Häufigkeit bestimmter neurologischer Erkrankungen beeinflusst – und ob es sich dabei von anderen Atemwegsinfektionen unterscheidet.

Nun wird deutlich: Das Risiko für Nervenkrankheiten ist für Covid-19-Patienten zwar höher als bei jenen, die es nicht hatten – allerdings auch nicht höher als bei Menschen, bei denen eine Grippe oder eine andere Atemwegserkrankung diagnostiziert worden war.

Einen Unterschied gibt es aber offenbar jedoch: Covid-19-Patienten hatten ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für einen Hirninfarkt im Vergleich zu über 80 Jahre alten stationären Patienten mit Grippe oder bakterieller Lungenentzündung. Die Häufigkeit anderer Nervenkrankheiten wie Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Guillain-Barré-Syndrom und Narkolepsie nahm allerdings weder nach Covid-19 noch nach einer Grippe oder einer Lungenentzündung zu. (kst/vdü)

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