Die Zweifel zerstörten ihre Ehe

Verwechslung bei künstlicher Befruchtung: Weißes Ehepaar bekommt asiatisches Baby

13. September 2019 - 19:25 Uhr

"Wo haben Sie das Kind adoptiert?"

Im Herzen wussten Drew und Kristina Wasilewski schon von Anfang an, dass etwas nicht stimmte. Doch die Dankbarkeit, durch künstliche Befruchtung endlich ihr Wunschbaby bekommen zu haben, verdrängte alle Bedenken. Als aber nach und nach immer mehr Fremde das Paar fragten, ob sie ihr Kind adoptiert hätten, fraßen sich die Zweifel in ihr Leben. Denn ihr kleines Mädchen hat eindeutig asiatische Gesichtszüge - und das definitiv nicht von ihnen. Damit begann der persönliche Albtraum der Wasilewskis. Welche unglaubliche Achterbahn der Gefühle sie durchmachen, erklären sie im Video.

Hatte Kristina ihren Mann betrogen?

Die Wasilewskis hatten über Jahre versucht, ein Kind zu bekommen. Schließlich zahlten Kristina und Drew umgerechnet 450.000 Euro für eine künstliche Befruchtung in einer Spezialklinik. Und endlich die langersehnte Nachricht: Kristina war schwanger! Im Sommer 2013 brachte sie ein süßes kleines Mädchen zur Welt. Drew erklärt der US-Zeitung New York Post: "Sie war gesund. Wir kümmerten uns nicht viel mehr als darum, wie schön sie war."

Als die Kleine aber mit zwei, drei Jahren immer deutlicher asiatische Gesichtszüge bekam, ließ das Ehepaar ihre DNA testen. Das Ergebnis: Drew war definitiv nicht der Vater. Eine Panne bei der künstlichen Befruchtung? Der Klinik zufolge unmöglich: Sie stritt ab, dass das Sperma vertauscht worden sein könnte. Und Drew begann zu zweifeln: Hatte Kristina ihn mit einem anderen betrogen?

Drew will wissen, ob er irgendwo ein leibliches Kind hat

Die Ehe der beiden zerbrach an dieser Ungewissheit, auch wenn Drew inzwischen sicher ist, dass die Klinik die Schuld trägt. Kristina und Drew haben Klage eingereicht - sie wollen Schmerzensgeld und Antworten.

"Ich will herausfinden, wer der Vater meiner Tochter ist, damit ich ihr antworten kann, wenn sie eines Tages fragt: 'Warum sehe ich anders aus?'", so Drew zur New York Post.

Einen Teilerfolg hat das Ex-Paar bereits erreicht: Die Klinik muss die Unterlagen aller Samenspender einreichen, die etwa zur selben Zeit wie die Wasilewskis dort Sperma abgegeben haben. Und die Unterlagen aller Frauen, die in der Zeit befruchtet wurden. Denn Drew will auch wissen, was mit seinem Sperma passiert ist. Sollte daraus ein Kind entstanden sein, möchte er es kennenlernen. "Es soll wissen, von wem es abstammt. Ich bin ein guter Mensch, glaube ich."