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Nach Corona-Impfung: Warum einige US-Mütter ihre Kinder jetzt viel länger stillen

Besserer Schutz für Babys? Das sagen Experten

Nach Corona-Impfung: Warum einige US-Mütter ihre Kinder jetzt viel länger stillen

Mutter stillt ihr Baby
Wie viel Schutz geben gegen das Coronavirus geimpfte Mütter beim Stillen an ihre Säuglinge weiter?
LightFieldStudios, iStockphoto

Stillen bis zum 7. Lebensjahr - zum Schutz gegen Corona?

Muttermilch ist ein wahrer Zaubertrank ! Allein durch sie kann ein Baby in seinen ersten Lebensmonaten die Nährstoffe erhalten, die es für eine gesunde Darmflora und ein starkes Immunsystem braucht. Doch kann sie auch Babys vor einer Corona-Infektion bewahren? Das hoffen auch einige stillende Mütter in den USA, die bereits gegen Corona geimpft wurden. Laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ stillen einige Eltern im US-Staat Kalifornien ihre Kinder noch weit über den sechsten Lebensmonat hinaus, um die Schutzwirkung möglichst lange an den Nachwuchs weiterzugeben. In dem Bericht gibt eine Frau an, sogar ihre 7-Jahre alte Tochter aus diesem Grund noch zu stillen. Doch funktioniert das wirklich? Werden nach der Corona-Impfung gebildete Antikörper durch die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben? Und bieten diese den Kindern dann einen echten Schutz vor dem Virus? Das sagen Experten.

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Corona-Impfung in der Stillzeit? Das raten Experten stillenden Müttern

Seit September 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts ungeimpften Stillenden die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs (Biontech oder Moderna). Es gebe keine Hinweise auf ein Risiko für schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen während der Stillzeit für Mutter und Kind, erklärt die STIKO ihre Entscheidung.

Auch Fachverbände begrüßen die Impfempfehlung für Schwangere und Stillende . „Wenngleich die Impfempfehlung im Vergleich zu anderen Ländern spät ausfällt, begrüßen wir das Ergebnis der STIKO außerordentlich", sagt Prof. Dr. Ekkehard Schleußner, Leiter der Autorengruppe für die Impfempfehlungen der Gynäkologischen Fachverbände, in einer Pressemitteilung. "Die Empfehlung ist komplett in unserem Sinne – die wissenschaftliche Begründung sehr faktengesättigt. Nun können FrauenärztInnen ihre Patientinnen über die Vorteile des Impfschutzes beraten und eine Immunisierung gegen COVID-19 vollumfänglich sachlich fundiert empfehlen.“

Können Impf-Antikörper aus Muttermilch Babys schützen?

Studien belegen: Geimpfte Stillende geben Antikörper aus der Corona-Impfung durch die Muttermilch an ihre Babys weiter . In einer Studie spanischer Forscher, die im November 2021 neu im Wissenschaftsfachmagazin "Pediatrics" erschienen ist, stellten die Wissenschaftler fest, dass die Muttermilch von Frauen, die ihre Kinder mindestens 24 Monate stillen, sogar besonders viele Corona-Antikörper enthält.

Experten gehen davon aus, dass durch die Antikörper in der Muttermilch eine Nestimmunität für das Kind entsteht, die so lang anhält, wie das Kind gestillt wird. Um dies abschließend beurteilen zu können, seien jedoch noch weitere Studien nötig, lautet die aktuelle Einschätzung der STIKO. (dhe)