Verzweifelte Mutter bittet RTL um Hilfe

Nachdem sie Verdacht auf Kindesmissbrauch meldete: Jugendamt entzieht Mutter das Sorgerecht

Verzweifelte Mutter bittet RTL um Hilfe Jugendamt entzieht Mutter das Sorgerecht
11:00 min
Jugendamt entzieht Mutter das Sorgerecht
Verzweifelte Mutter bittet RTL um Hilfe

30 weitere Videos

Eigentlich wollten wir nur bei einem ersten Kennenlernen mehr über Maria* und ihren Sorgerechtsfall erfahren – doch dann werden wir plötzlich Zeuge, wie das Jugendamt und ein gerichtlich eingesetzter Vormund Marias drei Jahre alten Sohn mitnehmen. Ihr Sohn kommt in ein Kinderheim. Empfohlen hat diesen krassen Schritt eine Gerichtsgutachterin, nachdem Maria dem Jugendamt gemeldet hatte, dass ihr Sohn auffällig sexualisiertes Verhalten zeige. Als Maria nicht die erhoffte Hilfe vom Jugendamt erhält und sich die Lage immer mehr zuspitzt, wendet sich die Mutter an RTL. Doch dass ihr Sohn schon kurz darauf ihrer Obhut entzogen wird, ahnt sie da noch nicht.

Gemeinsam mit Josefine Barbaric von der Betroffeneninitiative "Nein, lass das!" und Marias Anwalt begleitet RTL-Reporterin Ann Heigl den Fall.

Gutachterin behauptet: Maria soll das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom haben

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Ein Rückblick: 2019 trennen sich Maria und der Vater ihres Kindes. 2020 meldet Maria beim Jugendamt, dass ihr Sohn angeblich auffällig sexualisiertes Verhalten zeigen soll – mutmaßlich, so die Mutter, nach Umgang mit seinem Vater. Ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs wird gegen den Vater aufgenommen und wieder eingestellt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Verhaltensauffälligkeiten des Kindes bleiben, behauptet die Mutter.

Im März 2022 dann die Verdachtsdiagnose der Gutachterin: Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Das bedeutet: Maria soll sich die Auffälligkeiten ausgedacht haben - um den Kontakt zum Vater zu verhindern.

Das Gutachten ist noch gar nicht fertig, doch schon dieser Verdacht löst aus, dass Maria das Sorgerecht entzogen wird und ihr Kind nicht länger in ihrer Obhut bleiben darf. Wie sich der Fall weiter entwickelt und ob unsere Reporterin der Mutter helfen kann, sehen Sie im Video.

Was tun bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch bei einem Kind?

Sollte der Anfangsverdacht eines sexuellen Missbrauchs bei einem Kind bestehen, kann ein Blick auf die polizeiliche Checkliste bei sexueller Gewalt oder sexuellem Missbrauch von Kindern helfen. Darin werden Erkennungsmerkmale und Symptome bei betroffenen Kindern beschrieben. Sie finden diese Liste auf der Webseite der Polizeigewerkschaft.

Im Zweifelsfall rufen Sie die Hotline „Sexueller Missbrauch“ unter der kostenfreien Nummer 0800 22 55 530 an.

Generell gilt: Liegen konkrete Anzeichen für eine Kindeswohlgefährdung vor, machen Sie auf jeden Fall eine Meldung beim Jugendamt! (dhe)

*Name von der Redaktion geändert