Wenn Eltern ihre Kinder krank machen

Münchhausen-Stellvertreter Syndrom: Kindesmisshandlung aus Mutterliebe

Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom ist eine Psychose, bei der Mütter ihre Kinder aus Liebe krank machen.
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28. Mai 2020 - 20:03 Uhr

Psychose Münchhausen-Stellvertreter Syndrom

Eine Mutter will, dass ihre Kinder gesund sind - dachten Sie das auch immer? Nein, es gibt nämlich auch Mütter, die genau das nicht wollen. Diese Mütter tun alles, damit ihr Kind krank wird. Denn dann können sie von Klinik zu Klinik reisen und sich wie eine besorgte Mutter fühlen. "Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom" (MBPS) nennt man diese Psychose, die eigentlich eine subtile Form von Kindesmisshandlung ist.

Symptome

Als besorgte Mutter gelten, die sich aufopferungsvoll um ihr Kind kümmert. Für Frauen, die unter dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom (auch Münchhausen-by-Proxy-Syndrom genannt) leiden, ist das das große Ziel. Sie möchten Aufmerksamkeit - und bekommen sie durch ihr scheinbar krankes Kind. Dafür eignen sich Betroffene meist ein detailliertes Wissen über Krankheiten an und geben ihren Kindern dann unnötig Medikamente, verletzen sie oder versuchen, sie zu vergiften. Dabei schrecken sie weder vor Schmerzen, bleibenden körperlichen Schäden oder Operationen zurück. Hauptsache sie haben einen Grund für eine medizinische Untersuchung.

Wenn ein Arzt die gewünschte Diagnose nicht teilt, wird ein neuer aufgesucht - so lange, bis jemand der beabsichtigten Diagnose zustimmt. Das Problem: Ärzte werden meist erst dann skeptisch, wenn sich die Besuche der Mutter häufen, Krankheiten trotz richtiger Behandlung ständig wiederkehren oder neue dazukommen.

Ursachen

Wie viele Frauen am MBPS leiden, ist mangels zuverlässiger Studien nach wie vor völlig ungesichert. Auch die Ursache ist nicht eindeutig geklärt. Häufig handelt es sich bei Betroffenen allerdings um überdurchschnittlich intelligente Mütter, die in ihrer Kindheit ein gestörtes Verhältnis zum Vater hatten oder ohne Vater aufgewachsen sind. Wissenschaftler vermuten, dass Betroffene in der eigenen Kindheit vernachlässigt oder missbraucht wurden. Waren Sie früher selbst Opfer des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es selbst auch entwickeln, ebenfalls höher.

Mediziner gehen davon aus, dass betroffene Mütter nicht vorhaben, ihr Kind zu töten, denn dann hätten sie niemanden mehr, an dem sie ihre krankhafte Mutterliebe ausleben könnten.

Wie die Geschichte rund um Elsie und ihre Mutter ausgeht, können Sie jederzeit bei TVNOW sehen. Alle Folgen von "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" sind hier ab dem 23. Februar abrufbar.