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Mutmaßliche Brandstiftung am Ballermann: Kegelbrüdern aus Münster droht bis zu 20 Jahre Haft

Nach mutmaßlicher Brandstiftung am Ballermann

Jurist erklärt: Diese Strafe droht den deutschen Party-Kegelbrüdern auf Mallorca

Kegelclub soll Bar auf Mallorca angezündet haben U-Haft
01:48 min
U-Haft
Kegelclub soll Bar auf Mallorca angezündet haben

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Sie wollten wahrscheinlich ein feuchtfröhliches Party-Wochenende am Ballermann verbringen – doch jetzt droht den 13 Kegelbrüdern aus Münster im schlimmsten Fall eine lange Haftstrafe. Auch die Untersuchungshaft könnte sich nicht nur Monate, sondern Jahre hinziehen. RTL-Reporterin Eva Rullmann hat dazu mit dem Hamburger Rechtsanwalt Arno Meuser gesprochen, der auch in Spanien arbeitet.

Mallorca: Kegelbrüder aus Münster droht für mutmaßliche Brandstiftung am Ballermann bis zu 20 Jahre Haft

23.05.2022, Spanien, Palma: Durch einen Brand beschädigte Lokale sind gesperrt. Laut spanischen Medienberichten wurde das Restaurant «Why Not Mallorca?», dessen Terrassendach über dem Nachbarlokal «Cupido» aufgebaut war, stark beschädigt. Die Polizei
13 Deutsche sollen für den Brand des Lokals "Why not" auf Mallorca verantwortlich sein.
flm, dpa, Clara Margais

Was die Kegelbrüder im schlimmsten Fall erwarten könnte, ist kein Zuckerschlecken. Denn das spanische Recht sieht für Brandstiftung eine Strafe zwischen zehn und 20 Jahren vor. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung von Vorsatz und Fahrlässigkeit. „Die Tatbeteiligung muss ermittelt werden. Und dazu führen solche Argumente wie Beteiligung, Vorsatz, Fahrlässigkeit“, erklärt Arno Meuser im RTL-Interview. „Das wird natürlich ermittelt. Wenn jemand einen glühenden Zigarettenschnipsel vom Dach wirft, klingt das schon deutlich nach Fahrlässigkeit.“

Von einem schnellen Abschluss des Untersuchungsverfahrens geht der deutsche Rechtsanwalt nicht aus. Bei 13 festgenommenen möglichen Tatbeteiligten kann es sogar einige Monate dauern. Dabei kommt es auch darauf an, wie sehr die 13 Deutschen kooperieren und wie sich der Sachverhalt darstellt: „Solche Fälle können länger dauern, auch durchaus mal ein Jahr. Maximale Untersuchungshaftzeit sind in Spanien zwei Jahre“, so Meuser gegenüber RTL-Reporterin Eva Rullmann.

Lese-Tipp: So erlebten Augenzeugen den verheerenden Brand des Lokals "Why not" auf Mallorca

Deutsche Kegelbrüder: Ausreise nach Deutschland auf Kaution ist fraglich

Bild von Arno Meuser, Anwalt
Arno Meuser arbeitet auch als Jurist in Spanien.
RTL

Wenn der Untersuchungsrichter zu einem Ergebnis gekommen ist, wird eine Hauptverhandlung zugelassen. Ob die Männer, sollten sie auf Kaution freikommen, nach Deutschland ausreisen dürfen, ist schwierig einzuschätzen. „Das spanische Gesetz sieht grundsätzlich vor, dass sich jemand, der unter Auflagen freigelassen wird, bei der örtlichen Polizeistation in Intervallen melden muss“, ordnet Arno Meuser gegenüber RTL ein.

Weil die Verdächtigen aber alle keinen festen Wohnsitz auf Mallorca haben, wäre es jedoch wohl schwer zumutbar, dass sie über Monate im Hotel sitzen und sich ab und zu bei der mallorquinischen Polizeiwache melden. „Es wird eine Interimslösung geben müssen.“ Vielleicht könnte es zu einer Kooperation mit den deutschen Behörden kommen.

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Auf RTL-Anfrage bestätigte das Auswärtige Amt schriftlich, dass dem Konsulat in Palma die genannte Inhaftierung bekannt sei: „Unser Konsulat steht bereit, konsularisch zu unterstützen, sofern dies von den Betroffenen gewünscht wird.“

Die 13 Deutsche werden beschuldigt, am Freitagnachmittag (13.05) auf Mallorca bei einer Balkon-Party Zigarettenkippen auf das Dach eines Lokals geworfen zu haben. Danach haben sie es wohl mit Alkohol übergossen.

Das Dach aus Schilfrohr fing Feuer. Die Flammen beschädigten das Lokal "Why not" und auch eine weitere Bar sowie eine angrenzende Wohnung und das Hotel. Es ist von einem Sachschaden von mindestens 150.000 Euro die Rede. (jmu, mit dpa)