Mordprozess: Hussein K. laut Vater 33 Jahre alt - und damit deutlich älter als gedacht

Hussein K. im Freiburger Gericht.
© picture alliance

08. Dezember 2017 - 21:00 Uhr

Vater gibt Gericht neue Angaben zum Alter seines Sohnes

Im Mordprozess gegen Hussein K. überrascht das Gericht mit neuen Informationen zu dessen Alter. Sie stammen vom Vater des Angeklagten - und stehen im krassen Gegensatz zu dessen eigenen Angaben. Ein amtliches Dokument gebe als Geburtsdatum den 29. Januar 1984 an, teilte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk am Landgericht Freiburg mit. Das habe der im Iran lebende Vater des Angeklagten dem Gericht in einem Telefonat mitgeteilt.

Hussein K. soll Studentin vergewaltigt und gewürgt haben

Hussein K. wäre demnach 33 Jahre alt, zur Tatzeit vor knapp 14 Monaten wäre er 32 Jahre alt gewesen. Er selbst hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt zu sein. Zudem hatte er gesagt, sein Vater lebe nicht mehr.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser eines Flusses. Der Prozess beschäftigt sich auch mit dem Alter des Angeklagten: Dieses hat Auswirkungen auf die Höhe der Strafe. Es geht dabei um die Frage, ob in dem Fall Erwachsenen- oder Jugendstrafrecht gilt.

Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre alt. Entsprechende Gutachten stützen das, können ein konkretes Alter aber nicht nennen.

Schon in Griechenland saß K. im Gefängnis

Bereits 2014 war K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. 2013 hatte er eine Studentin auf der griechischen Insel Korfu überfallen und sie eine Klippe hinabgeworfen. Sie überlebte nur knapp. Dort kam er wegen eines Straferlasses frei und setzte sich im Herbst 2015 nach Deutschland ab. Ein Urteil in dem aktuellen Fall soll im Frühjahr fallen.