Empörung über Schock-Video

Schwarzer stirbt in den USA nach brutalem Polizeieinsatz

28. Mai 2020 - 10:23 Uhr

Immer wieder fleht er um Hilfe, ehe er bewusstlos wird

Erneut schockiert ein brutaler Polizeieinsatz die Menschen in den USA, bei dem ein weißer Polizist einen Schwarzen derart attackiert, dass der Mann wenig später stirbt. Das Video aus Minneapolis zeigt, wie ein weißer Polizist sein Knie mehrere Minuten lang an den Hals des Verdächtigen George Floyd drückt, der wiederholt um Hilfe fleht, ehe er das Bewusstsein verliert. Der Afroamerikaner stirbt kurz danach in einem nahen Krankenhaus.

„Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein“

Protesters gather at the scene where George Floyd, an unarmed black man, was pinned down by a police officer kneeling on his neck before later dying in hospital in Minneapolis, Minnesota, U.S. May 26, 2020. REUTERS/Eric Miller     TPX IMAGES OF THE D
Nach Bekanntwerden des Falls kam es vielfach zu Protesten.
© REUTERS, ERIC MILLER, CLH/EM/DH

Die Polizei Minneapolis teilte mit, der Vorfall werde intern und auch von der Bundespolizei FBI untersucht. Der Bürgermeister der Stadt im Bundesstaat Minnesota, Jacob Frey, zeigte sich entsetzt: "Es sollte in Amerika kein Todesurteil sein, schwarz zu sein." Der Mann hätte nicht sterben dürfen, erklärte Frey.

Die vier in den Fall involvierten Polizeibeamten seien gefeuert worden, erklärte er. "Was wir gesehen haben, ist schrecklich. Was auch immer die Untersuchung ergibt, kann nicht die einfache Wahrheit verändern, dass er heute Morgen noch bei uns sein sollte." Was die Videos des Vorfalls vom Montagabend zeigten, sei "in jeder Hinsicht falsch".

Polizei: "Konnten den Verdächtigen in Handschellen bekommen"

dpatopbilder - 26.05.2020, USA, Minneapolis: Demonstranten und Polizisten stehen sich während eines Protests für einen Mann afroamerikanischer Abstammung demonstrierten, der nach der Festnahme durch die Polizei verstarb, gegenüber. Der weiße Polizist
Afroamerikaner stirbt nach brutalem Polizeieinsatz
© dpa, Richard Tsong-Taatarii, Tsong-Taatarii, Richard pat

Die Polizei erklärte, die Beamten seien an den Ort gekommen, um einen Betrugsfall zu untersuchen. Der etwa 40 Jahre alte Verdächtige habe Widerstand geleistet. Weiter heißt es: "Die Beamten konnten den Verdächtigen in Handschellen bekommen und stellten fest, dass er medizinische Hilfe zu brauchen schien."

Die Beamten hätten daher einen Krankenwagen gerufen. Es blieb jedoch unklar, ob der Mann schon vor dem Vorgehen der Polizisten medizinische Hilfe gebraucht hätte.

"Ich kann nicht atmen"

May 26, 2020, Minneapolis, MN, USA: People placed flowers Tuesday near the site where a man died after a confrontation with Minneapolis police on Monday evening at 38th and Chicago in south Minneapolis. Minneapolis USA - ZUMAm67 20200526zafm67044 Cop
Blumen zum Gedenken an den Toten.
© imago images/ZUMA Wire, Elizabeth Flores via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Ein zehn Minuten langes Video zeigt, wie ein weißer Polizist auf dem Hals des Mannes kniet. Anfangs spricht dieser noch und sagt wiederholt: "Ich kann nicht atmen". Er fordert die Beamten mehrfach auf, ihn loszulassen. Er sagt ihnen auch zu, dann freiwillig ins Polizeiauto einzusteigen. "Ich kann nicht atmen", wiederholt er.

Ein Passant fordert die Polizisten wiederholt auf, den Verdächtigen loszulassen. Der Mann am Boden wird dann zunehmend ruhiger, bevor er das Bewusstsein zu verlieren scheint. "Messt seinen Puls", schreit ein Passant. Sanitäter laden den Mann etwa acht Minuten nach Beginn des Videos in einen Krankenwagen.

Protesters gather at the scene where George Floyd, an unarmed black man, was pinned down by a police officer kneeling on his neck before later dying in hospital in Minneapolis, Minnesota, U.S. May 26, 2020. REUTERS/Eric Miller
In der ganzen Stadt gab es Demonstrationen.
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