Michael S. soll seine Ex-Freundin ermordet haben

Zwillingsschwester Edith D.: "Ich will Gerechtigkeit für meine Schwester"

04. September 2020 - 11:58 Uhr

Leichnam von Anna S. bis heute nicht gefunden

Michael S. aus Krefeld muss sich wegen Mordes vor dem Essener Schwurgericht verantworten. Der 47-Jährige soll seine Ex-Freundin Anna S. im Juni 2019 ermordet haben. Das Motiv: Eifersucht. Die Frau soll sich zuvor von ihm getrennt haben. Bis heute fehlt von ihrem Leichnam jede Spur. Wir haben mit der Zwillingsschwester des Opfers gesprochen. Edith D. will Gerechtigkeit. "Er soll endlich sagen, wo sie ist", fordert sie im Video. 

Familie von Anna S. will endlich trauern können

Edith D. wirkt angespannt, als sie den Gerichtsaal betritt. Seit Juni vergangenen Jahres fehlt von ihrer Zwillingsschwester jede Spur. Alles deutet daraufhin, dass sie tot ist. Im Verdacht steht der Ex-Freund ihrer Schwester. Michael S. Der 47-Jährigen wurde im November 2019 festgenommen. Laut Anklage hatte er die in Gelsenkirchen wohnende Frau zu seiner Wohnung gefahren, sie gefesselt und mit einer Plastiktüte erstickt. "Ich will Gerechtigkeit für meine Schwester, und natürlich auch, dass er sagt, wo sie ist und wir sie wiederfinden, und auch trauern können", sagt Edith im Video.

Der 47-Jährige und seine Ex-Freundin hatten sich offenbar im Internet kennengelernt. Nach wenigen Monaten habe sie sich von ihm getrennt, sie sind aber befreundet geblieben. Wie RTL-Reporterin Alexandra Callenius berichtet, hielte die Frau vermutlich aus finanziellen Gründen Kontakt zu S. "Michael S. hat ihr Geld versprochen, hat ihr kleine Dinge gekauft, hat ihr sogar versprochen ein Auto zu kaufen, und vermutlich wurde ihr das irgendwann mal zum Verhängnis", sagt Callenius, die den Prozess vor Ort verfolgt hat.

Video soll Michael S. überführen

Der Anwalt der Schwester, Hans Reinhardt, ist sich sicher, dass S. verurteilt wird. Er vertritt Edith D. im Fall als Nebenkläger. Ein Video, das auf dem PC des Angeklagten gefunden wurde, soll den vorbestraften Verdächtigen überführen. "Das Video hat der Angeklagte offensichtlich selbst gedreht. Es identifiziert letztendlich das Opfer anhand von Tätowierungen und anderen Körpermerkmalen. Er soll sie erstickt haben, er soll sich am Körper vergangen haben. Also ganz widerwertige Dinge sind da geschehen", sagt Reinhardt. ​​​​​​

S. schweigt bisher zu den Vorwürfen. Es ist nicht das erste Mal, dass der 47-Jährige vor Gericht steht. 1999 wurde er zu elf Jahren Haft verurteilt, wegen Totschlags. Er hatte seiner damaligen Ex-Freundin in deren Wohnung aufgelauert und die Frau mit 120 Messerstichen getötet.