Der energiepolitische Sprecher der FDP fordert ein europäisches Nachfragekartell für Gas

"Preise werden sinken, wenn EU gemeinsam einkauft"

Kruse im Frühstart RTL/ntv Frühstart
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von Clara Pfeffer

Die EU-Energieminister diskutieren heute über eine europäische Strompreisbremse und die gemeinsame Abschöpfung von Übergewinnen. Entscheidend, um die Preise kurzfristig zu senken, ist aus Sicht des energiepolitischen Sprechers der FDP aber ein europäisches Nachfragekartell.

Europa dürfe nicht mehr zu jedem Preis kaufen

Michael Kruse erwartet von den EU-Energieministern eine Einkaufsgemeinschaft für Gas. Entscheidend, um die Strompreise zu senken, sei das politische Signal, „dass Europa nicht mehr bereit ist, zu jedem Preis zu kaufen“, sagt der FDP-Abgeordnete im RTL/ntv Frühstart. Regelungen wie die Gewinnabschöpfung würden erst mit einem gewissen Zeitverzug greifen, deswegen sei es wichtig, jetzt ein Preissignal zu senden.

„Wenn Europa sich auf ein Nachfragekartell einigt, also ein abgestimmtes Nachfrageverhalten im Bereich Gas, dann werden die Preise sinken und das ist auch meine Erwartung an die EU-Energieminister.“ Massive Markteingriffe wie dieser seien jetzt wichtig, um den Markt zu schützen: „Wenn es wenige Anbieter gibt, muss es auch wenige Nachfrage geben, ansonsten stimmt das Gleichgewicht auf dem Markt nicht.“

„Niemand will ernsthaft eine Laufzeitverlängerung über die nächsten beiden Winter hinaus"

Das wichtigste, was im Moment getan werden müsse, sei eine Vergrößerung des Angebots auf dem Strommarkt. Deutschland leide im Moment vor allem unter der Politik der großen Koalition. Jetzt aber habe die Regierung die Pflicht, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. „Die Verlängerung der Kernkraft gehört in den nächsten beiden Jahren auf jeden Fall dazu.“, so Kruse.

Grundsätzlich aber wolle keiner darüber hinaus eine Verlängerung der Kernkraft. Er arbeite daran, dass die Stromversorgung in Deutschland in Zukunft zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien komme, „und deswegen wird die Atomkraft in Deutschland enden, nur es sollte nicht am Ende dieses Jahres sein, sondern wenn wir durch die nächsten beiden Winter gut durchgekommen sind.“

Für die erneuerbaren Energien, habe die Ampelkoalition noch vor der Sommerpause, „den größten Ausbau, den in Deutschland jemals gab, beschlossen.“ Maßnahmen wie eine Solardachpflicht sind aus Kruses Sicht aber nicht nötig, stattdessen müssten die Menschen verstehen, dass erneuerbare Energien sich nicht nur ökologisch, sondern auch im Portemonnaie lohnen.

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