Gefährlicher Sekundenschlaf

Massen-Crash nach Sekundenschlaf - wie Sie sich am Steuer schützen

02. November 2021 - 11:19 Uhr

Unterschätze Gefahr: Müdigkeit im Straßenverkehr

Schon wieder ein folgenreicher Unfall in Hausbruch: Am Montag ist ein Autofahrer auf der Cuxhavener Straße in den Gegenverkehr geraten und sorgte für einen Crash mit insgesamt fünf Fahrzeugen. Auslöser soll Sekundenschlaf gewesen sein.

RTL-Reporter Thorsten Sleegers hat das schon in der Vergangenheit getestet – mit erschreckendem Ergebnis! Im Video testen wir mit unserem Reporter, wie belastend eine lange Fahrt in den Urlaub für den Körper wirklich ist und welche Tricks helfen.

Müdigkeit am Steuer ist genauso gefährlich wie alkoholisiert zu fahren

Müdigkeit im Straßenverkehr kann im schlimmsten Fall zu tödlichen Unfällen führen. Der Fahrer ist unkonzentriert, reagiert langsamer, überschätzt sich oft selbst und ist damit eine Gefahr für sich selbst und andere im Straßenverkehr. Laut dem ADAC ist die Fahrleistung schon nach 17 Stunden ohne Schlaf gravierend eingeschränkt und entspricht einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 Promille. 24 Stunden ohne Schlaf entsprechen sogar knapp einem Promille.

Internationale Statistiken belegen zudem die erhöhte Unfallgefahr durch Sekundenschlaf. Eine Studie zufolge sind eingeschlafene Fahrer für jeden vierten tödlichen Pkw-Verkehrsunfall in Deutschland verantwortlich, wie der ADAC auf seiner Homepage mitteilt. Damit gehört Müdigkeit zu den häufigsten Unfallursachen.

Was hilft gegen Müdigkeit am Steuer?

  • Treten Sie eine Fahrt nur ausgeschlafen an. Schlafen Sie eventuell kurz vor der Fahrt noch mal für 10 bis 20 Minuten.
  • Bei deutlichen Anzeichen von Müdigkeit: Halten Sie bei der nächsten Gelegenheit an und machen Sie einen Kurzschlaf: Schon eine Schlafepisode von etwa 10 bis 20 Minuten kann für die nötige Erholung sorgen und die Leistungsfähigkeit nimmt wieder zu.
  • Treten Sie die Fahrt nicht alkoholisiert an. Falls sie Medikamtente nehmen: Überprüfen Sie, ob diese müde machen können und fahren Sie im Zweifel nicht selbst.
  • Nehmen Sie zwischendurch kleine Snacks und ausreichend Flüssigkeit zu sich.
  • Fahren Sie nicht länger als zwei Stunden am Stück, machen Sie regelmäßige Pausen.
  • Auch mit Pausen sollten Sie nicht länger als insgesamt zehn Stunden fahren.
  • Bei längeren Fahrten empfiehlt es sich, mit einem Beifahrer zu fahren. Unterhalten Sie sich mit ihm und bitten Sie ihn, ein wachsames Auge auf Sie zu haben.
  • Vermeiden Sie Fahrten in der zweiten Nachthälfte.
  • Mit Kaffee oder Energy Drinks lässt sich die Müdigkeit NICHT dauerhaft aufheben.

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Was tun, wenn man spürt, dass man trotzdem müde wird?

  • Legen Sie sofort eine Pause ein.
  • Machen Sie Gymnastikübungen, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
  • Legen Sie einen Kurzschlaf ein.
  • Bitten Sie Ihren Beifahrer, die Fahrt zu übernehmen.
  • Wenn alles nichts hilft: Brechen Sie die Fahrt komplett ab, bis genug Schlaf nachgeholt wurde.