Oberstaatsanwältin gibt neue Details zur Tat bekannt

Mann ersticht Ex-Freundin in Lübeck: Er kam unbemerkt in die Wohnung

Blumen und Kerzen vor dem Haus der getöteten 27-Jährigen.
© RTL Nord

16. September 2020 - 10:06 Uhr

Es war nicht nur ein Messerstich

Ein Streit zwischen Ex-Partnern ist in Lübeck (Schleswig-Holstein) am vergangenen Freitag (11.09.2020) tödlich geendet. Ein 29-jähriger Mann soll seine 27-jährige Ex-Freundin in ihrer gemeinsamen Wohnung im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord erstochen haben.

Die 27-Jährige hatte zuvor Besuch von ihrem neuen Freund bekommen. Als ihr Ex-Partner das erfährt, soll er sich unbemerkt Zutritt zur Wohnung verschafft haben. Oberstaatsanwältin Ulla Hingst sagt unserer RTL-Reporterin: "Daraufhin soll der Beschuldigte die Frau gepackt haben und ihr Messerstiche versetzt haben, eine Vielzahl von Messerstichen, so das Institut für Rechtsmedizin. Die Frau ist noch vor Ort verblutet." Danach habe der 29-Jährige den neuen Freund ebenfalls mit einem Messer bedroht und aus der Wohnung vertrieben. "Das tat der Mann auch und setzte dann einen Notruf ab", so die Oberstaatsanwältin. Auch der Ex-Partner habe danach den Rettungsdienst gerufen, wie Ulla Hingst uns im Interview erzählt: "Er hat der Rettungsleitstelle über erklärt, er habe seine ehemalige Lebensgefährtin mit mehreren Messerstichen verletzt."

Laut Augenzeugen setzte er sich nach der Tat mit blutiger Hose vor die Haustür und rauchte eine Zigarette. RTL-Reporter haben mit zwei Nachbarn gesprochen, die den mutmaßlichen Täter kurz nach der Tat vor dem Haus getroffen haben.

Der mutmaßliche Täter sitzt mit blutiger Hose unmittelbar nach der Tat vor dem Haus.
Der mutmaßliche Täter sitzt mit blutiger Hose unmittelbar nach der Tat vor dem Haus.
© privat

Ermordete Frau war zweifache Mutter

Gemeinsam mit ihrem Ex-Freund hatte die junge Frau sogar zwei Kinder. Oberstaatsanwältin Ulla Hingst: "Es waren beide Kinder zum Tatzeitpunkt glücklicherweise nicht vor Ort. Der kleine Junge befand sich in Obhut einer Tante, das Mädchen hatte sich morgens auf den Weg zur Schule gemacht." Nähere Angaben möchte Ulla Hingst – zum Schutze der Kinder – nicht machen. Man habe sich allerdings sofort um sie gekümmert: "Die Kinder sind betreut. Das Jugendamt hat sich gleich noch am Freitag eingeschaltet und dafür gesorgt, dass die Kinder versorgt werden."

Das Motiv des Täters ist weiterhin unklar. Er habe sich bisher noch nicht zur Tat geäußert. "Das Paar war seit einigen Wochen getrennt. Von wem die Trennung ausgegangen ist, auch das ist noch Tatbestand unserer Ermittlung", so Ulla Hingst. Der 29-jährige Mann sitzt nun in der Justizvollzugsanstalt Lübeck in Untersuchungshaft.