Mick wird immer schneller

Lewis Hamilton rast in Barcelona zur 100. Pole - Rückschlag für Vettel

Lews Hamilton auf dem Weg zu seiner 100. Pole in der Formel 1
Lews Hamilton auf dem Weg zu seiner 100. Pole in der Formel 1
© imago images/Marco Canoniero, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

08. Mai 2021 - 17:48 Uhr

Hamilton hauchdünn vor Verstappen

Es war die erwartete Wimpernschlag-Entscheidung im Qualifying zum Formel-1-Rennen in Barcelona: Mit 36 Tausendstel Vorsprung sicherte sich Lewis Hamilton die Pole Position beim Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr live bei RTL) – die 100. seiner Karriere! Red-Bull-Star Max Verstappen musste sich mit Platz 2 vor Valtteri Bottas im zweiten Mercedes und Ferrari-Pilot Charles Leclerc begnügen. Bei Sebastian Vettel und Aston Martin folgte dem verheißungsvollen Auftakt am Freitag erneut Ernüchterung. Eine ganz starke Leistung lieferte dagegen Mick Schumacher ab, der diesmal nicht nur den Teamkollegen hinter sich ließ.

Erster Schuss in Q3 sitzt

Die WM-Favoriten Hamilton und Verstappen schenkten sich wieder einmal nichts. In Q2 hatte zunächst der Niederländer seine Muskeln spielen lassen, in 1:16,922 Minuten auf Anhieb die schnellte Runde des Wochenendes hingeknallt. Eine Richtzeit, an die beide Mercedes erst einmal nicht herankamen. Etwas mehr als ein Zehntel fehlten Hamilton und Bottas nach der 2. K.o.-Runde.

Im Finale der Top Ten folgte der Konter – zumindest von Hamilton: 1:16,741 Minuten legte der siebenmalige Champion mit seiner ersten Runde vor. Kurz darauf flog Verstappen über die Ziellinie: 1:16,777 Minuten – 0,036 Sekunden hatte der Red-Bull-Pilot länger für die 4,675 Kilometer des Circuit de Catalunya benötigt; umgerechnet 2,2 Meter. Bottas wiederum fehlte knapp ein Zehntel auf Verstappen.

Hamilton: "Das war harte Arbeit"

Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Damit war die Entscheidung bereits gefallen. Denn im zweiten Anlauf gelang es keinem der Top Drei, sich zu verbessern. Verstappen patzte im Mittelsektor und auch die beiden Mercedes-Männer brachten keinen fehlerfreien Umlauf mehr zustande. Umso größer war Hamiltons Freude, das die Jubiläums-Pole im Sack ist. "Das war harte Arbeit", funkte der Weltmeister aus dem Cockpit.

"Die Runde war richtig gut, ich hatte etwas Sorgen, weil wir eine Änderungen vorgenommen hatten, aber das Auto war danach doch besser", verriet Hamilton später. "Das ist immer auch ein bisschen Zockerei." Verstappen gab sich aus zufrieden: "Platz 2 auf dieser Strecke ist ein ganz gutes Ergebnis. Morgen müssen wir einen guten Start erwischen, die Pace haben wir."

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Vettel in der 2. K.o.-Runde raus

Ein größerer Sprung nach vorne gelang dagegen Ferrari-Fahrer Leclerc, der erst bei seinem zweiten Versuch frische Reifen unterschnallte und sich damit noch auf Platz 4 katapultierte. Teamkollege Carlos Sainz musste als Sechster Alpine-Pilot Esteban Ocon den Vortritt lassen – doch zwischen diesen dreien und auch dem siebtplatzierten Daniel Ricciardo ging es extrem eng zu: Den Australier trennte nur ein knappes Zehntel von Leclerc.

Schon zuvor in Q2 waren die Abstände extrem gering – ein Opfer: Vettel, für den anders als vor Wochenfrist in Portimao nach der zweiten Ausscheidungsrunde Schluss war. Als 13. musste er sich zudem einmal mehr seinem Teamkollegen Lance Stroll geschlagen geben – wenn auch nur um ein knappes Zehntel. Zwischen die beiden Aston-Martin-Piloten schob sich noch Pierre Gasly im AlphaTauri.

Vettels Aufwärtstrend hält nicht an

Dabei hatte das Wochenende verheißungsvoll begonnen für den 33-Jährigen: Platz 8 im 1. Freien Training und klar schneller als der Garagen-Nachbar. Die Unterboden-Upgrades, die Aston Martin zum 4. Saison-Rennen im Gepäck hat, schienen den AMR21 zu beflügeln. Doch anschließend ging es immer weiter zurück – und am Samstag war Vettel dann auch wieder langsamer als Stroll.

"Ich hätte mir einen besseren letzten Schuss gewünscht, es hat nicht viel gefehlt. Der letzte Satz war nicht so gut, dann ist ruckzuck ein Zehntel weg", haderte Vettel. "Das ganze Mittelfeld ist eng beisammen. Wir waren nah an Q3 dran. Morgen werden die Karten neu gemischt."

Schumacher ganz stark

Mick Schumacher brannte im unterlegenen Haas eine überragende Runde in den Asphalt: 1:19,117 Minuten – rund sieben Zehntel nahm er damit seinem Teamrivalen Nikita Mazepin auf einer Runde ab und war auch noch knapp ein Zehntel schneller als Nicolas Latifi im Williams. Das bedeutet Startplatz 18.

Trotzdem war Schumacher nicht ganz zufrieden. "Es war sogar noch etwas mehr drin", sagte er bei Sky. "In der letzten Kurve haben wir etwas verloren, sonst hätten wir vielleicht sogar Kimi geschlagen." Die Veränderungen die man gegenüber Freitag vorgenommen habe, seien jedoch sehr positiv gewesen. "Wir haben versucht ein bisschen mehr Grip auf die Vorderachse zu bekommen. Wir haben alles richtig gemacht, Riesenkompliment ans Team. Ich bin sehr sehr happy."

Auch interessant