Mit AstraZeneca gegen Corona geimpft

Krankenschwester stirbt nach Impfung - was das jetzt bedeutet

Zehn Tage nach der Impfung stirbt eine Krankenschwester - einen Zusammenhang soll es aber nicht geben (Symbolbild).
Zehn Tage nach der Impfung stirbt eine Krankenschwester - einen Zusammenhang soll es aber nicht geben (Symbolbild).
© imago images/ZUMA Wire, Cornel Putan via www.imago-images.de, www.imago-images.de

11. März 2021 - 10:36 Uhr

Österreich leitet Untersuchungen ein

Zehn Tage nach der Impfung mit AstraZeneca ist in Österreich eine Krankenschwester gestorben, eine weitere schwer erkrankt. Wir haben mit Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor des Hygienezentrums Bioscientia, gesprochen und gefragt, ob wir uns jetzt doch Sorgen machen müssen vor der AstraZeneca-Impfung.

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Dr. Zinn: "Todesfall hatte nichts mit Impfung zu tun"

Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscentia
Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscentia, schätzt den Todesfall in Österreich ein.
© RTL

Wie Zinn im RTL-Interview erklärt, habe man sich den Fall sehr genau angeschaut. "Es ist natürlich furchtbar tragisch", sagt der Hygiene-Experte. Die österreichischen Behörden hätten mit dem Stopp der Herstellungscharge aber sofort die richtigen Schritte eingeleitet. "Das ist ein normaler Vorgang, wenn man so einen Verdacht hat. Dann wurde alles überprüft, ob der Impfstoff in Ordnung ist, ob die Hygienemaßnahmen eingehalten wurden, ob falsche Injektionen gemacht wurden." Dies sei nicht der Fall gewesen, so dass man davon ausgehen müsse, dass der Todesfall nichts mit der Impfung zu tun hatte.

Umgang mit Fall zeige Verantwortung

Dass Österreich die Charge des Impfstoffs vorerst aus dem Verkehr gezogen habe, zeige laut Zinn nur, wie verantwortungsvoll und sorgfältig man mit diesen Impfungen umgehe. "Da wird nichts leichtsinnig gemacht, da wird jedem auch nur kleinsten Verdacht nachgegangen."

Außerdem sei klar, dass es bei Millionen Geimpften auch zu Todesfällen komme, die aber dann nicht im Zusammenhang mit der Impfung stünden, so Zinn weiter.

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Können einzelne Chargen verunreinigt sein?

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Dr. Georg-Christian Zinn vergleicht das mit Lebensmitteln. Auch da gibt es immer mal wieder Rückrufe, die aber dann nicht für das gesamte Produkt gelten, sondern beispielsweise für das Produkt mit einem bestimmten Mindesthaltbarkeitsdatum oder eben mit einer bestimmten Chargennummer. Für den Impfstoff bedeutet das: "In allerseltensten Fällen kann es immer mal bei der Herstellung Probleme geben. Aber wie gesagt, das [ein Rückruf, Anmerkung der Redaktion] ist ein Standard-Vorgehen. Bisher hat sich das Gott sei Dank nicht bewahrheitet. Aber das ist eine normale Sache, wenn man den Verdacht hat, stoppt man erst einmal die Charge und macht eine gründliche Untersuchung."

Vor einer Impfung mit dem Wirkstoff AstraZeneca müssen sich die Menschen aber auch nach dem tragischen Todesfall der österreichischen Krankenschwester keine Sorgen machen.

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