Anders als in anderen Ländern

Kopfbälle bei Kindern: Warum der DFB auf ein Verbot verzichtet

Warum der DFB auf ein Verbot verzichtet Warum der DFB auf ein Verbot verzichtet
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Warum der DFB auf ein Verbot verzichtet
Warum der DFB auf ein Verbot verzichtet

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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will das Kopfballspiel bei Kindern und Jugendlichen nicht wie in anderen Ländern durch Verbote reglementieren. Der Verband setzt bei dem umstrittenen Thema vielmehr auf leichte Bälle sowie auf eine geringe Zahl von Kopfball-Wiederholungen pro Training. Zudem sollen die zuletzt beschlossenen Spielformen dafür sorgen, dass das Spiel bei den jüngsten Aktiven vor allem am Boden stattfindet.

Sind Kopfbälle für Kinder gefährlich?

Auf diesen Ansatz setzt der DFB

"Verbote bringen relativ wenig. Wir versuchen es mit Vernunft und Verstand. Wir haben die Grundlage dafür geschaffen, um mit dem Kopfball umzugehen", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann am Mittwoch: "Fußballspiele ohne Kopfbälle wird es im älteren Juniorenbereich genau wie bei den Erwachsenen nie geben. Wir sind gut beraten, Kinder altersgerecht darauf vorzubereiten."

In England sind Kopfbälle für Kinder bis zwölf Jahre verboten, in den USA liegt die Grenze bei zehn Jahren. Hintergrund ist die Sorge vor Kopfverletzungen und Hirnschäden. DFB-Teamarzt Tim Meyer hält einen anderen Weg für besser. "Wir wollen Kinder und Jugendliche sinnvoll auf das Kopfballspiel vorbereiten - mit einer vernünftigen Technik und einer vernünftigen Muskulatur", sagte Meyer: "Ich sehe im Erwachsenenspiel kein Kopfball-Verbot kommen."

Weltweit hatten sich zuletzt Wissenschaftler für ein Kopfballverbot von Kindern ausgesprochen, da ein Zusammenhang zwischen verschiedenen wiederkehrenden Kopfverletzungen im Sport und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer vermutet wird. Eine schottische Studie hatte 2019 ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung an Demenz oder Alzheimer bei Fußballern festgestellt. (tno/sid/dpa)