Herzzerreißender Abschied

Kongo: Berühmte Gorilladame stirbt in den Armen ihres Retters

08. Oktober 2021 - 10:47 Uhr

Gorilla bekannt durch virales Gruppenselfie

Er schenkte ihr ein neues Leben und war dabei, als es zu Ende ging. Der Tierpfleger Andre Bauma (49) rettete die Gorilladame Ndakasi (14) aus dem Regenwald und brachte sie in den Virunga-Nationalpark im Kongo. Dort lebte das Tier ein behütetes Leben und wurde 2019 durch ein unfassbares Gruppen-Selfie sogar zum Internetstar. Im Alter von 14 Jahren ist die Primatin nun gestorben – in den Armen des Mannes, der sie als Baby aufgenommen hat.

Im Video: RTL-Reporterin erinnert sich an Besuch bei Ndakasi und ihrer "Ersatz-Mama"

Tierpfleger wurde zur Ersatzmutter

Ndakasi war ein "Waisenkind", als sie 2007 von Andre Bauma gerettet wurde. Der Ranger fand das wenige Wochen alte Gorillababy, das sich an seine tote Mutter klammerte, die durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet worden war. Eine Rettung, die die beiden für immer zusammenschweißen sollte. Von da an betrachtete der Gorilla Andre als seine Ersatzmutter, wie der 49-Jährige im Gespräch mit der britischen "The Sun" berichtete: "Immer wenn sie mich sieht, klettert sie auf meinen Rücken, wie sie es bei ihrer Mutter tun würde."

Diese Bindung wird selbst im letzten Moment von Ndakasis Leben deutlich. Ein Bild zeigt, wie die Gorilladame bei ihren letzten Atemzügen in den Armen des Rangers liegt, der sich bis zum Schluss um das Tier kümmert. Die 14-Jährige war schwer krank. In einer Erklärung übermittelt der Park die herzzerreißende Nachricht und das Foto: "Ndakasi hat ihren letzten Atemzug in den liebevollen Armen ihres Pflegers und lebenslangen Freundes Andre Bauma getan".

Ndakasi war ein Internet-Star

Berggorillas im Virunga Nationalpark
Diese Gorillas posen für ein Gruppen-Selfie.
© Ranger Mathieu Shamavu/ The Elite AntiPoaching Units And Combat Trackers, Ranger Mathieu Shamavu

Ndakasi erlangte 2019 weltweite Berühmtheit durch ein Selfie, das sie und ihren geretteten Gorillakollegen Ndeze zeigt, wie sie aufrecht wie Menschen stehen. Das Bild, das beim ersten Hochladen tausende Male auf Facebook geteilt wurde, trug den Titel "ein weiterer Tag im Büro". (lkr)