Knochen zum Spritzen: Israelische Forscher heilen komplizierte Knochenbrüche ganz ohne Operation

30. April 2018 - 21:12 Uhr

Eine Spritze genügt, um den Bruch zu heilen

Wer sich schon mal einen Arm oder ein Bein gebrochen hat, weiß, wie weh so eine Verletzung tut. Wenn es dann auch noch ein komplizierter Trümmerbruch ist, kommen außerdem noch mehrere schmerzhafte Operationen hinzu. Israelische Forscher haben jetzt eine Methode entwickelt, mit der sie Patienten jede Menge Leid ersparen können – auch wenn sie kritische Geister an die Frankenstein-Idee von der Erschaffung eines künstlichen Menschen erinnern könnte.

So funktioniert die neue Behandlungsmethode

Dani Jacobsen ist einer der Patienten, die Professor Nimrod Rozen mit der neuen Technologie behandelt hat. Bevor Jacobsen den Arzt traf, dachte er, dass er sein linkes Bein nie wieder bewegen könnte. Doch dann hatte er Glück im Unglück und geriet an Dr. Rozen, dem es gelang, seinen Knochen im Bein wieder zu heilen – und das ganz ohne Schrauben, Metallplatten und Operationsnarben. Wie es Dani Jacobson heute nach der Behandlung geht, sehen Sie im Video.

Bei Dr. Rozen ist nur noch eine kleine Spritze nötig, mit der der Arzt körpereigene Zellen zum Knochenaufbau injiziert. Wie genau die Methode funktioniert, hat er der RTL-Korrespondentin Raschel Blufarb in Israel erklärt: Die Forscher entnehmen eine kleine Menge Fettgewebe aus dem Bauch des Patienten.

Neues Gewebe ist sogar stärker als normale Knochen

Im Labor werden aus dieser Probe die Zellen isoliert, die für das Knochenwachstum im Körper zuständig sind. Diese Zellen müssen dann nur noch künstlich vermehrt werden. Rund zwei Wochen später können die Ärzte dem Patienten lebensfähiges Knochengewebe an die Stelle spritzen, wo es benötigt wird. "Nach zwei Monaten ist das Gewebe im Körper so ausgehärtet - dass es sogar stabiler ist als die normalen Knochen", erklärt der Erfinder der Methode stolz.

Weil die Zellen mitwachsen, können damit sogar Kinder behandelt werden. Wer hierzulande einen neuen Knochen gespritzt bekommen möchte, wird sich aber wohl noch rund drei bis vier Jahre gedulden müssen. Erst dann soll die neue Behandlungsmethode weltweit auf den Markt kommen. Bis dahin wollen Dr. Rozen und sein Team noch ein paar Tests durchführen.