Ischgl wurde als Corona-Hotspot bekannt

Kitzloch-Wirt: Alles im Sitzen? So können wir kommende Saison Aprés-Ski feiern

23. September 2020 - 15:18 Uhr

Im Video: Kitzloch-Wirt Bernhard Zangerl im Interview

Ischgl – wer diesen Namen hört, denkt an Schnee, Wintersport und wilden Aprés-Ski – und seit der Corona-Pandemie leider auch an lebensgefährliche Leichtsinnigkeit. Anfang des Jahres erlangte der beliebte Skiort in Tirol zweifelhafte Berühmtheit als mutmaßlicher Superspreader-Knotenpunkt – Infizierte reisten von dort in die ganze Welt. Auch die Bar "Kitzloch" machte Schlagzeilen: Schließlich gab es hier den ersten bestätigten Corona-Fall im ganzen Ort. Ein halbes Jahr danach hat RTL Kitzloch-Wirt Bernhard Zangerl zum Interview getroffen. Wie man sich Aprés-Ski trotz Corona in der kommenden Saison vorstellen muss, erklärt er im Video.

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"Wir müssen abwarten, was die Saison bringt“

​Bernhard Zangerl sieht der Saison positiv entgegen. Es bleibe ihm ja gar nichts anderes übrig, erklärt er im Interview. "Wir wollen uns nicht mit negativen Gedanken aufhalten. Wir müssen abwarten, was die Saison bringt." Natürlich habe man finanzielle Ängste, es zeichne sich ein klarer Buchungsrückgang ab. Finanzielle Sorgen sind auch für den Kitzloch-Wirt an der Tagesordnung.

Doch viele Stammgäste hätten das "Kitzloch" auch in den vergangenen Monaten gut unterstützt und hätten fest vor, auch diesen Winter wieder zu kommen. "Es wird sicher alles anders diesen Winter, ein komplett anderes Erlebnis. Ski wird im Vordergrund stehen", so der Wirt. Aber auch Aprés-Ski sei möglich – eben auf eine ganz besondere Art. Um die Gäste zu schützen, setze man vor allem auf die bewährten Corona-Maßnahmen wie Abstand und Masken. Aber auch eine Höchstanzahl von Personen gibt es kommende Saison erstmalig in der Kult-Kneipe, außerdem dürfe man nur an Tischen Platz nehmen. Stehen und damit wohl auch Tanzen verboten.

Kitzloch-Wirt zu Ausbruch im März: Haben uns an die Vorgaben der Behörden gehalten

Die Situation und die negativen Schlagzeilen von vor einem halben Jahr habe man so gut es geht hinter sich gelassen, erklärt Zangerl. Rückblickend und mit dem heutigen Wissensstand hätte man anders reagiert – "da hätte man natürlich sofort nach dem ersten positiven Fall zugesperrt", erklärt der Kitzloch-Wirt. Damals habe man sich allerdings jederzeit an die Vorgaben der Behörden gehalten. Bereits im April hatte Zangerl bereits im RTL-Interview betont, dass die Kneipe im engen Austausch mit den Behörden weiter geöffnet bleiben durfte – auch nach dem ersten Corona-Fall.

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A general view of the Kitzloch apres-ski bar in Ischgl, Austria, July 23, 2020. Hundreds of Austrians were infected and thousands of foreign tourists say they were too as the coronavirus found a breeding ground in crowded apres-ski bars in the ski re
Das "Kitzloch" in Ischgl - wilde Feiern waren hier vor der Pandemie an der Tagesordnung.
© REUTERS, LISI NIESNER, NIL

Sammelklage gegen Republik Österreich wegen Corona-Umgang in Ischgl

Wie die Behörden im März mit der Situation umgegangen sind und ob man hätte anders reagieren müssen, wird nun auch Thema vor Gericht. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne "ab sofort" am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt.

Kitzloch-Wirt erhofft sich Aufklärung von den Ermittlungen

Kitzloch-Wirt Zangerl erhofft sich nach eigener Aussage Aufklärung von den Ermittlungen rund um die Vorgänge in Ischgl Anfang März. Man begrüße die Kommission sehr. "Für uns ist vor allem interessant, dass die Gäste sehen, dass wir gemacht haben, was uns gesagt worden ist. Es wird dann hoffentlich auch ein Ergebnis feststehen, das wir unseren Gästen auch zeigen können, und das auch ein bisschen Transparenz gewährleistet."

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