In Griechenland geht einiges nur noch für Geimpfte

Ungeimpfte bitte draußen bleiben: Wer zahlt für Ausfälle im Urlaub?

Ungeimpfte müssen draußen sitzen - so will es die griechische Politik.
Ungeimpfte müssen draußen sitzen - so will es die griechische Politik.
© picture alliance, dpa, Socrates Baltagiannis

16. Juli 2021 - 16:30 Uhr

Bestimmte Angebote vor Ort ungeimpft nicht mehr nutzbar

Es ist eine Entwicklung, die in Europa um sich greifen könnte: Reisende, die nicht geimpft sind, dürfen bestimmte Angebote vor Ort nicht mehr nutzen. Es sei denn, sie weisen einen tagesaktuellen, womöglich kostenpflichtigen Negativtest vor. So ist es aktuell in Griechenland und Frankreich geplant. Für manche Aktivitäten wie zum Beispiel Restaurant- oder Bar-Besuche in Griechenland gilt dann: Ungeimpfte bitte draußen bleiben. Wie ist das bei Pauschalurlauben: Wer haftet dann für ausgefallene Bestandteile des Vertrages?

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Entweder gratis geimpft - oder kostenpflichtig getestet

Zwei Länder in der EU haben es bereits für Ende Juli und Anfang August geplant: In Frankreich ist der Eintritt zu Kulturstätten ab dem 21. Juli nicht mehr ohne Nachweis möglich. Ab August wird dort der Zugang zu Fernzügen, Reisebussen, Restaurants und Cafés ohne den sogenannten Gesundheitspass verwehrt. Dann wird also ein negativer Corona-Test, ein Impfnachweis oder ein Genesungsnachweis nötig – und der muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

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Und Griechenland beschloss sogar, dass in geschlossenen Räumen von Kinos, Theatern und der Gastronomie künftig ausnahmslos nur noch Geimpfte Platz nehmen dürfen. Hintergrund dieser Maßnahme ist sicher auch, dass die griechische Politik auf steigende Infektionszahlen und eine geringe Impfbereitschaft reagiert. "Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schließen", sagte der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis bei einer Ansprache im Staatsfernsehen. Diese Impfunwilligkeit werden dann wohl auch die Touristen mit ausbaden müssen.

Trägt jetzt der Veranstalter die Kosten für die Tests und Ausfälle?

Nun fragen sich manche: Bekomme ich als Pauschalurlauber in diesem Fall einen Teil meines gezahlten Geldes zurück? Kann ich die Testkosten dem Veranstalter in Rechnung stellen? Der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover macht Urlauberinnen und Urlaubern in dieser Frage wenig Hoffnung. "Ich bin der Auffassung, dass solche Regeln hinzunehmen sind", sagt Degott. "Das fällt unter das allgemeine Lebensrisiko während einer Pandemie."

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Auch wenn es zu dieser konkreten Frage noch keine Gerichtsurteile gibt, so doch zu vergleichbaren Fällen aus der ersten oder zweiten Corona-Welle. Etwa zur Maskenpflicht am Urlaubsort. Hier lautete das Urteil meist: Der Veranstalter trägt nicht die Verantwortung für behördlich angeordnete Schutzmaßnahmen.

"Der Reiseveranstalter ist nur dazu verpflichtet, den Reisevertrag zu erfüllen", sagt Degott. Der umfasst in den meisten Fällen nur den Transport, die Hotelunterbringung und die dortige Verpflegung. Ein Preisminderungsanspruch ergebe sich also nicht.

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Veranstalter muss Versprechen erfüllen - mehr nicht

"Minderung ist immer Soll-Ist-Vergleich", erklärt Degott. "Der Urlauber zahlt 100 Prozent für 100 Prozent der Leistung. Leistet der Veranstalter nicht zu 100 Prozent, gibt es Geld zurück." Es zählt hier immer, was der Reiseveranstalter versprochen hat und dem Kunden entsprechend schuldet. Dass Museen und Restaurants am Urlaubsort auch Ungeimpfte ohne Corona-Test einlassen, fällt nicht darunter.

Etwas anders könnte die Frage zu bewerten sein, sofern das Hotel selbst im eigenen Restaurant nur Geimpfte bedienen darf. "Der Veranstalter kann dann nicht sagen: Die Verpflegung ist jetzt gestrichen. Er muss Abhilfe schaffen", sagt Degott – also die Gäste anders versorgen. Ergibt sich hier ein Minderungsanspruch? "Das halte ich für schwierig", so die Einschätzung des Experten.

Ist der Corona-Test wie in Frankreich nicht umsonst, kann sich ein Pauschaltourist das Geld laut Degott nicht vom Veranstalter zurückholen. "Diese zusätzlichen Kosten muss man in Kauf nehmen." (dpa/ija)

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