„Das ist machbar, wir können das“

Kassenärzte-Chef: Booster-Impfungen für 15 Millionen Deutsche bis Ende 2021

02. November 2021 - 12:47 Uhr

Millionen von Booster-Impfungen im Winter möglich?

Nach Ansicht des Chefs der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, müssen bis Ende Dezember 15 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung verabreicht bekommen. "Das ist machbar", sagt Gassen in Berlin. Die Arztpraxen in Deutschland seien dazu in der Lage. Allerdings: "Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen", so die Ansicht des Mediziners. Es sei nicht hilfreich, wenn diese durch die Politik alle paar Wochen geändert würden.

Oben im Video erfahren Sie, warum und für wen die Booster-Impfung wichtig ist.

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KBV-Chef Gassen fordert geordnete Einladungsverfahren

02.11.2021, Berlin: Thomas Mertens (l-r), Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin
Thomas Mertens (l), Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO) und KBV-Chef Andreas Gassen bei der Pressekonferenz zu möglichen Coronavirus-Maßnahmen am 02.11. in Berlin.
© dpa, Bernd von Jutrczenka, bvj cul

Die Praxisärzte in Deutschland sehen sich für deutlich mehr Corona-Auffrischungsimpfungen im Winter gewappnet, dringen aber auf klare Voraussetzungen. "Das ist machbar, wir können das", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Dienstag in Berlin. Seit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Auffrischungen unter anderem für ältere Menschen ab 70 Jahren sei die Zahl der impfstoffbestellenden Praxen auf mehr als 30.000 angestiegen. Abweichende nicht-ärztliche Impfempfehlungen verwirrten da, was auch Praxisabläufe erschwere.

Die betreffenden Personen müssten in einem geordneten Verfahren angeschrieben und zu Impfungen eingeladen werden, so Gassen weiter. Der Mediziner forderte zudem flexiblere Möglichkeiten für Praxen beim Bestellen von Impfstoff und bei der Handhabung größerer Impfstoff-Fläschchen.

Impfverstärkungen (sogenannte "Booster") sind mindestens sechs Monate nach einer vollständigen Impfung möglich. Die Stiko empfiehlt sie vorerst unter anderem für Menschen ab 70 Jahren. Angeboten werden können sie nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern aber auch Älteren (ab 60 Jahre), Corona-Risikogruppen sowie Geimpften mit Astrazeneca und Johnson & Johnson. Grundsätzlich sind sie laut Impfverordnung für alle anderen Menschen ebenfalls möglich.

Stiko-Vorsitzender Mertens: Grundimmunisierung wichtiger als Nachimpfungen

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, betont jedoch auch, dass die Grundimmunisierung der Menschen wichtiger sei als Nachimpfungen. Es gebe 30 Prozent der Gebiete in Deutschland, in denen die Quote bei den Erstimpfungen viel zu niedrig sei, sagt Mertens. Erst einmal sollten die geschützt werden, die die Impfung am dringendsten benötigten. (dpa, reuters)