Lauterbach appelliert an Ungeimpfte: "Joggen schützt nicht"

Studie zeigt erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Corona-Infektion

Das Ergebnis einer US-Studie: Menschen mit einer Corona-Infektion zeigten in den ersten 30 Tagen ihrer Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Probleme auf.
Das Ergebnis einer US-Studie: Menschen mit einer Corona-Infektion zeigten in den ersten 30 Tagen ihrer Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Probleme auf.
© picture alliance / imageBROKER, Jochen Tack

11. Oktober 2021 - 13:46 Uhr

Karl Lauterbach: "Man kann mit 20 Tagen Covid oft den Arterienschutz von 20 Jahren Sport ruinieren"

Das Risiko von bleibenden Herz-Kreislauf-Problemen ein Jahr nach einer Corona-Infektion sei "sehr hoch". Das schreibt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter und bezieht sich damit auf die Ergebnisse einer US-Studie. In dieser Studie habe sich bestätigt, "dass man mit 20 Tagen Covid oft den Arterienschutz von 20 Jahren Sport ruinieren kann", so Lauterbach, der sich mit seinem Tweet besonders an Menschen richtet, die noch nicht geimpft sind. "Joggen schützt Ungeimpfte nicht."

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Die Belastung sei auch ein Jahr nach einer Corona-Infektion noch erheblich

Wissenschaftler aus den USA haben untersucht, wie sich eine Corona-Infektion auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Ihre Ergebnisse haben sie nun in einer Preprint-Studie, also in einer wissenschaftlichen Vorab-Publikation, auf der Plattform "Research Square" veröffentlicht. Für die Studie beobachteten die Forscher ein Jahr lang die Gesundheitsdaten von US-Veteranen. Die eine Gruppe, bestehend aus 151.195 Veteranen, hatte sich mit Covid infiziert. Die Kontrollgruppe – 3.656.337 Veteranen – waren nicht an Covid erkrankt.

Das Ergebnis: Menschen mit einer Corona-Infektion zeigten in den ersten 30 Tagen ihrer Erkrankung ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Probleme auf – also für Erkrankungen wie Schlaganfälle, Rhythmusstörungen, ischämische Herzkrankheiten, Herzmuskelentzündung, Herzinsuffizienz und Thromboembolien. Die Belastung sei auch nach einem Jahr noch erheblich.

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Auch Patienten mit mildem Krankheitsverlauf haben erhöhtes Risiko

Teil der Studie waren Patienten, die nicht stationär in Behandlung waren, solche, die im Krankenhaus lagen, sowie Erkrankte auf der Intensivstation. Die Forscher betonen, dass sich die Risiken für Herz-Kreislauf-Probleme bei allen dieser Corona-Patienten zeigten – also auch bei denjenigen, die nur einen milden Krankheitsverlauf hatten.

Bisherige Studien hätten sich meistens nur auf Krankenhauspatienten fokussiert, die aber die Minderheit der Erkrankten darstellen würden, so die Forscher. Zu zeigen, dass alle vom Risiko der Folgen betroffen sind, spiele eine große Rolle im Umgang mit der Pandemie. (sli)