Gesundheitsexperte zur aktuellen Coronalage

Lauterbach hält Lockern der Maskenpflicht in Schulen für "sehr riskant"

Karl Lauterbach zur Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen Coronavirus
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Karl Lauterbach zur Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen

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Im Video: RTL-Interview mit Karl Lauterbach

Lockerung der Maskenpflicht, fehlender Erfolg der Impfaktionen in den letzten Wochen und Befürchtungen zu langfristigen Nebenwirkungen der Impfung – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach beantwortet im Interview mit RTL und ntv die wichtigsten Fragen rund um die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie.

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Lockerung der Maskenpflicht für Schülerinnen und Schüler

In zwei Bundesländern gibt es seit diesem Montag Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht diesen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt – kurz vor Beginn einer möglichen vierten Coronawelle – als „sehr riskant“ an. „Eigentlich ist es jetzt nicht sinnvoll, die Masken jetzt schon wegzunehmen“, sagt er im Interview bei RTL Aktuell um 16:45 Uhr. Es fehle ein wissenschaftlicher Standard und zudem eine bundesweite Einheitlichkeit dieser Maßnahme.

Falls man sich aber doch zu diesem Schritt entscheiden sollte, müsse man dies Lauterbach zufolge aber mit genauem Testplan unterstützen: „Dreimal pro Woche müssten dann die Kinder morgens getestet werden vor Schulbeginn. Und wenn ein positiver Fall drin ist in der Klasse, dann müssen alle Kinder fünf Tage hintereinander getestet werden, dann kann man es schaffen. Aber es ist nicht einfach.“

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Nebenwirkungen und Impffortschritt

Der Fortschritt der Impfkampagne in Deutschland stagniert nun schon seit einigen Monaten. Viele Ungeimpfte haben beispielsweise Angst vor möglichen Nebenwirkungen einer Impfung, die erst in der Zukunft auftreten könnten. Lauterbach hat hierzu im RTL/ntv-Interview eine klare Meinung: Er befürchtet keine schwerwiegenden Nebenwirkungen einer Impfung – auch nicht zeitversetzt in ein paar Jahren. Nebenwirkungen, die bei der Impfung auftreten, treten bereits sehr früh auf. „Wir haben noch nie einen Impfstoff so breit eingesetzt, wo wir die Nebenwirkungen so gut gekannt haben.“

Die Menschen müssten sich nun auf die Meinung von Spezialisten verlassen, dies wäre in anderen Bereichen ja auch nicht anders. „Auf der Grundlage aller Wissenschaftler, die sich mit der Thematik beschäftigt haben, ist es so, dass die Erkrankung viel gefährlicher ist als die Impfung.“

Fußballer und Co. sollen für Impfung werben

Um Ungeimpfte von einer Impfung zu überzeugen, sieht er auch Prominente in der Pflicht: „Wir brauchen dafür auch die Unterstützung von Menschen, die bereit sind, uns hier zu helfen. Fußballer beispielsweise, Fußballclubs, Stars, Celebrities, Menschen, die bereit sind zu sagen: ‘Hey, lasst euch impfen!’ Wir kommen sonst nicht weiter.“

Um noch mehr Druck auf Ungeimpfte auszuüben, aber auch Kontrollen im Alltag in vielen Bereichen zu vereinfachen, steht nun auch das Tragen von Erkennungsbändern zur Diskussion: „Hier hat man ja nichts zu verbergen: also ob man geimpft ist, genesen ist oder nicht geimpft ist. Das kann tatsächlich den Ablauf in den Hochschulen zum Beispiel deutlich erleichtern. Und daher finde ich, sind solche Bänder tatsächlich hilfreich, wenn sie freiwillig getragen werden.“ (khe)