Neue Forschungen machen Mut

Kann Aspirin Leberkrebs verhindern?

04. Februar 2021 - 11:17 Uhr

Eine gute Nachricht am heutigen Weltkrebstag

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs – Tendenz sogar steigend. Der Auslöser für Krebs sind oft jahrelange chronische Entzündungen - und genau die nehmen die Forscher nun ins Visier. Zum Beispiel bei Leberkrebs. Am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg ist es gelungen, solche Entzündungen in der Leber durch Aspirin zu stoppen und so Leberkrebs zu verhindern. Das könnte auch bei anderen Krebsarten funktionieren. Eine gute Nachricht am heutigen Weltkrebstag. Was Sie persönlich tun können, um Krebs zu verhindern, erfahren Sie im Video.

Aspirin hemmt die Aktivität von Blutplättchen

Der Blutverdünner Aspirin hemmt die Aktivität der Blutplättchen - die verschwinden, ebenso wie die Fettzellen, die Leberentzündung klingt ab.
Der Blutverdünner Aspirin hemmt die Aktivität der Blutplättchen - die verschwinden, ebenso wie die Fettzellen, die Leberentzündung klingt ab.
© RTL, RTL News

Prof. Dr. Mathias Heikenwälder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat ein ehrgeiziges Ziel: die Entstehung von Krebs zu verhindern. Bei Leberkrebs scheint das möglich zu sein, wenn man frühzeitig die chronische Entzündung der Leber behandelt – und zwar mit Aspirin. "Aspirin hemmt die Aktivität von Blutplättchen, und wir wissen durch unsere Studien, dass Blutplättchen die Treiber der Entzündung sind", erklärt er uns. "Die Entzündung in der Leber, auch Hepatitis genannt, ist der wichtigste Faktor bei der Leberkrebsentstehung."

Aussichten auf Heilung nach wie vor gering

Leberkrebs ist eine Lifestyle-Erkrankung, Tendenz stark steigend. Eine fettreiche und kalorienhaltige Ernährung, kaum Bewegung – all das fördert die Entstehung von Leberkrebs. "Die Aussichten, geheilt zu werden, wenn man Leberkrebs hat, sind heute noch sehr gering", weiß der Krebsforscher, "wir haben nach heutigen Publikationen ein 5-Jahres-Überleben von etwa 17 % der Patienten, das bedeutet, dass von 10 Patienten fünf Jahre nach Diagnose etwa zwei Patienten überleben."

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Prof. Dr. Mathias Heikenwälder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat ein ehrgeiziges Ziel.
Prof. Dr. Mathias Heikenwälder vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hat ein ehrgeiziges Ziel.
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Fettleber bleibt oft unbemerkt

Durch die ungesunde Ernährung kommt es zu vermehrter Fetteinlagerung in der Leber: Eine Fettleber entsteht - und die bleibt oft unbemerkt. Dabei wandern Blutplättchen in die Leber ein und lösen eine chronische Entzündung aus, die auf Dauer zu Leberkrebs führen kann. Der Blutverdünner Aspirin hemmt die Aktivität der Blutplättchen - die verschwinden, ebenso wie die Fettzellen, die Leberentzündung klingt ab. Das Krebsrisiko sinkt. "Wir konnten in der Tat zeigen, dass sich die Verfettung der Leber bei Menschen, die über ein halbes Jahr mit Aspirin behandelt wurden, in diesem halben Jahr massiv reduziert hat", berichtet Heikenwälder.

IM VIDEO: Was ist Leberkrebs?

Die Therapie könnte auch bei anderen Krebsarten funktionieren

Und damit konnte das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, stark gesenkt werden. Der Ansatz, chronische Entzündungen zu reduzieren, könnte auch bei anderen Krebserkrankungen funktionieren. Heikenwälder will nun eine noch gezieltere Therapie der Fettleber entwickeln und Risikopatienten frühzeitig behandeln. Das bedeutet jetzt allerdings nicht, dass in Zukunft jeder präventiv Aspirin nehmen sollte, um der Entstehung von Krebs vorzubeugen. Warum das so ist und was sie tun können, um Krebs zu verhindern, erfahren Sie in unserem Video.

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