Energie sparen

Schwimmbäder schlagen Alarm: Wegen drohendem Gas-Stopp kälteres Wasser

Schwimmbad
Ein Schwimmbad. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur

Ein drohendes Gas-Embargo hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Das gilt auch für Schwimmbäder. So haben einige Anbieter bereits ihre Wassertemperatur gesenkt, um Energie zu sparen.

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Aus 28 Grad werden 26 Grad

So verringerte zum Beispiel das Westbad in Regensburg die Wassertemperatur im Wellenbecken auf 28 Grad und im Schwimmerbecken auf 26 Grad, wie ein Sprecher der Stadtwerke sagte. "Die Temperatur muss aber noch so sein, dass sich die Menschen länger im Wasser aufhalten." Familien hätten ein anderes Temperaturempfinden als Sportschwimmer.

In den Bädern in Würzburg werden die Temperaturen um zwei Grad vermindert, wie eine Sprecherin der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH mitteilte. Würde es einen Stop der russischen Gaslieferungen geben, müsste wahrscheinlich eines der beiden städtischen Schwimmbäder in Würzburg schließen, hieß es weiter. Das Wasser im anderen, ein Freibad, werde über eine Solaranlage beheizt. Allerdings würden dort dann die Duschen kalt bleiben.

Manche Bäder könnten komplett geschlossen werden

Nicht überall ist es in den Becken schon merklich kälter: In München wird den Stadtwerken zufolge die Temperatur vorerst nicht abgesenkt. Sollte sich der Gas-Streit mit Russland verschärfen, werde über Maßnahmen nachgedacht. Generell wollen sich die Schwimmhallen mit Solaranlagen und Ökostrom unabhängiger von Gas machen.

Die Bundesregierung bereitet sich wegen des Krieges in der Ukraine und russischer Drohungen auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung in Deutschland vor. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte Ende März die Frühwarnstufe als erste von drei Krisenstufen des sogenannten Notfallplans Gas in Kraft gesetzt und an alle Verbraucher appelliert, Gas zu sparen.

Sollte es in Deutschland vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs zu einem russischen Gaslieferstopp und einer Rationierung kommen, könnten städtische Bäder sogar komplett geschlossen werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es nach Informationen der "NOZ" für erste Städte entsprechende Notfallpläne.

"Um einen Basisbetrieb der Bäder aufrechterhalten zu können, wird über Maßnahmen wie Schließung von Außenbecken und Rutschen sowie 'Luxus-Angeboten' nachzudenken sein", sagte DGfdB-Geschäftsführer Christian Mankel der "NOZ" Anfang April. In Deutschland gibt es rund 7.000 öffentliche Hallen- und Freibäder, die meisten werden mit Gas oder Fernwärme geheizt. Etwa 1.000 Badbetreiber sind Mitglied im Dachverband DGfdB.