Zustand der eingesperrten Achtjährigen in Attendorn

Jugendamt über Attendorn-Eingesperrte: Mädchen war überrascht, was draußen alles passiert

Jugendamt befreit eingesperrtes Mädchen "Mädchen war überrascht, was alles so passiert"
03:20 min
"Mädchen war überrascht, was alles so passiert"
Jugendamt befreit eingesperrtes Mädchen

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Seit ihrer Geburt soll ein achtjähriges Mädchen in Attendorn von ihrer Mutter und Großeltern gefangen gehalten worden sein. Nun spricht der zuständige Fachbereichsleiter des Jugendamts Olpe, Michael Färber, im RTL-Interview das erste Mal darüber, wie es dem Kind aktuell geht.

Jugendamt über Attendorn-Eingesperrte: Treppengehen sei ungewohnt

Mädchen in Haus in Attendorn festgehalten
In diesem Haus in Attendorn wurde das Mädchen fast sieben Jahre lang festgehalten.
RTL

Das Mädchen befinde sich derzeit in einer Pflegefamilie, sei gut aufgehoben und würde jegliche Unterstützung bekommen. Darunter auch diverse ärztliche Untersuchungen.

Diese hätten gezeigt, dass es „keine großen Auffälligkeiten“ bei dem Mädchen gebe. „Es kann lesen, schreiben und rechnen, obwohl es ja nachweislich keinen Kindergarten und keine Schule besucht hat“, sagte Färber zu RTL.

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Ungewohnt sei hingegen das Treppengehen, „da sie sich nur in der Wohnung aufgehalten hat“. Des Weiteren habe es außer der Mutter oder den Großeltern keine sozialen Kontakte gegeben. Ob das für das Mädchen in irgendeiner Weise ein Nachteil sein könnte, soll nun untersucht werden.

Mädchen habe die Außenwelt "positiv aufgenommen"

„Sie kann das alles nur von der Mutter oder den Großeltern gelernt haben“, sagte Färber.

Das Mädchen sei überrascht gewesen, als sie mit dem Jugendamt zusammen die Wohnung verließ und sah, was draußen alles passieren würde. „Sie hat es positiv aufgenommen“. In ihrem Leben hätte sie viele Dinge, die für uns selbstverständlich sein, noch nie gesehen. „Das hat ihr ganz neue Sichtweisen geliefert.“

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Zu der Mutter und den Großeltern sei eine sehr intensive Bindung entstanden. Inwieweit diese in Zukunft aufrechterhalten werden kann, das müsse noch geklärt werden, sagte Färber im Interview mit RTL-Reporter Valerio Magno. (tpo)