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Jetzt schlägt auch die WHO Alarm! Affenpocken breiten sich weltweit aus

Forderung nach rigoroser Verfolgung aller Kontakte

Jetzt schlägt auch die WHO Alarm! Affenpocken breiten sich weltweit aus

Zu erkennen sind die Affenpocken an dem markanten Ausschlag in Kombination mit einigen Begleitsymptomen.
Zu erkennen sind die Affenpocken an dem markanten Ausschlag in Kombination mit einigen Begleitsymptomen.
Getty Images

Eigentlich treten Fälle der Affenpocken nur selten auf. Doch jetzt werden innerhalb kurzer Zeit immer mehr Infektionen in immer mehr Ländern gemeldet. Neben Großbritannien mittlerweile auch in Spanien, Portugal, den USA, Schweden und Italien. Jetzt warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ruft zur rigorosen Verfolgung aller Kontakte von Betroffenen auf.

WHO und RKI mahnen Ärzte zu Wachsamkeit

Kliniken und Bevölkerung müssten dafür sensibilisiert werden, einen ungewöhnlichen Hautausschlag von Fachpersonal begutachten zu lassen, teilte die WHO am Mittwochabend mit. Erhärte sich der Verdacht auf Affenpocken, sollten Patienten isoliert werden. Gesundheitspersonal solle sich mit den üblichen Vorkehrungen bei Infektionen, die sich über Kontakt oder Tröpfchen ausbreiten können, schützen.

Bei der Mehrheit der bisher bekannt gewordenen Fälle sind Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten. Für Deutschland ist bislang kein Fall erfasst. „Dem RKI wurde bislang nie ein Fall von Affenpocken in Deutschland bekannt“, hieß es am Donnerstagmorgen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vom RKI.

Affenpocken-Infektionen beim Menschen waren bislang vor allem aus einigen Regionen Afrikas bekannt. Bereits angesichts der ersten bekannt gewordenen Fälle in Großbritannien, wo das Virus Anfang Mai nachgewiesen wurde, hatte das RKI Ärzte in Deutschland für die Virusinfektion sensibilisiert. In einem vom RKI veröffentlichten Beitrag heißt es, Affenpocken sollten auch dann bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden, wenn die Betroffenen nicht in bestimmte Gebiete gereist seien. Männer, die Sex mit Männern haben, sollten bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“.

Lese-Tipp: Wie enden Pandemien? Das haben wir von Pocken, Pest, Aids und Spanischer Grippe gelernt

Erste Fälle in Schweden und Italien aufgetaucht

In Schweden ist am Donnerstag der erste Fall einer Infektion mit der Virus-Erkrankung Affenpocken bestätigt worden. Wie die schwedische Gesundheitsbehörde mitteilte, ist eine Person im Großraum Stockholm infiziert. In Italien ist ebenso eine erste Infektion mit Affenpocken festgestellt worden. Der Assessor für Gesundheit der Region Latium, Alessio D'Amato, bestätigte das am Donnerstag. In Großbritannien waren am Donnerstag zwei weitere Fälle von Affenpocken erfasst worden. Damit sind dort seit Anfang Mai neun bestätigte Fälle aufgetreten.

Auch in den USA sei eine Person aus dem Bundesstaat Massachusetts im Nordosten des Landes betroffen , teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit. In Spanien wurden acht Infektionen in der Hauptstadt Madrid gemeldet, wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden am Mittwoch berichtete. Für Portugal meldete die EU-Gesundheitsbehörde ECDC fünf bestätigte Fälle. In Kanada untersuchen Gesundheitsbehörden laut örtlichen Medien rund ein Dutzend Verdachtsfälle. Der kanadische Rundfunksender CBC berichtete am Mittwochabend (Ortszeit) über einen Fall in der Provinz Quebec. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

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Welche Symptome treten auf, und wie schütze ich mich?

Die Virus-Erkrankung verursacht nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Ansteckend seien nur symptomatisch Erkrankte bei engem Kontakt. Welche weiteren Symptome eine Affenpocken-Infektion haben kann, erfahren Sie hier .

Wie die Krankheit übertragen wird und was Sie tun können, um sich vor einer Übertragung zu schützen, erklärt der Allgemeinarzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht hier .

Gibt es eine Impfung?

Eine zugelassene Impfung speziell gegen Affenpocken gibt es nicht. Historischen Daten zufolge schützt aber eine Pockenimpfung gut vor Affenpocken - und das wohl lebenslang. Eine Impfung mit diesem Impfstoff gilt daher als mögliche Maßnahme, um zumindest Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten zu schützen. Paul Hunter von der Universität of East Anglia zufolge hilft das „ziemlich effektiv“. Entsprechende Vorräte sind demnach vorhanden und können bei Kontaktpersonen eingesetzt werden. (dpa/dhe)