Wann ist das Ende von Corona in Sicht?

Wie enden Pandemien? Das haben wir von Pocken, Pest, Aids und Spanischer Grippe gelernt

Die Pest forderte zahlreiche Todesopfer und stellte die Menschheit vor eine große Herausforderung.
Die Pest forderte zahlreiche Todesopfer und stellte die Menschheit vor eine große Herausforderung.
© iStockphoto

19. Oktober 2021 - 9:00 Uhr

Wie könnte die Corona-Pandemie enden?

Schon fast zwei Jahre beherrscht Corona unseren Alltag. Doch wann könnte die Pandemie endlich enden? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Massenerkrankungen auf unterschiedliche Weise gingen und teilweise sogar blieben.

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Wie wird das Ende einer Pandemie definiert?

Bei Pandemien gibt es entweder ein medizinisches Ende oder ein soziales Ende.

  • Medizinisch ist eine Massenerkrankung überstanden, wenn die Zahl der Erkrankten stark abnimmt. Das passiert entweder dadurch, dass viele Menschen durch eine Infektion immun sind oder Medikamente oder Impfungen gegen einen Erreger entwickelt wurden.
  • Bei dem sozialen Ende hingegen wird eine Entscheidung getroffen, die Pandemie zu beenden, obwohl es noch Infektionen gibt. Dieses soziale Ende tritt ein, wenn die Menschen keine Angst mehr vor einer Infektion haben und ihr Leben nicht mehr einschränken möchten. Die Menschen müssen also lernen, mit der Krankheit zu leben.

Eine der tödlichsten Pandemien: Pocken

Die Pocken werden vom sogenannten Variolavirus übertragen, welches sich durch eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Die Charité in Berlin, die University of Cambridge und die University of Copenhagen konnten in Untersuchungen herausfinden, dass das Pockenvirus bereits zu den Zeiten der Wikinger zirkulierte (Publikation: "Diverse variola virus (smallpox) strains were widespread in northern Europe in the Viking Age" (2002)).

Schon seit mindestens 1.400 Jahren haben sich somit Menschen mit Pocken infiziert. Im 20. Jahrhundert starben 300 bis 500 Millionen Menschen daran. Damit gelten die Pocken als bisher tödlichste Pandemie. Doch wie war es möglich diese Seuche aufzuhalten? 1980 wurden die Pocken durch eine weltweite Impfkampagne für ausgerottet erklärt. Wer geimpft ist oder eine Infektion durchgemacht hat, gilt als lebenslang immun gegen das Virus.

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Die schlimmste Pandemie: Spanische Grippe

Die Grippe gehört zu einer der verbreitetsten, aber auch einer der tödlichsten Krankheiten. Als der schlimmste Ausbruch einer Grippevirusart gilt die Spanische Grippe, die sich 1918 und 1919 verbreitete. Die World Health Organization (WHO) schätzt, dass sich die halbe Weltbevölkerung mit dem Virus ansteckte und 40 Millionen Menschen daran starben.

Wie hat diese Seuche geendet? So ganz geendet hat sie eigentlich nicht. Aus medizinischer Sicht haben viele Menschen einen Immunschutz durch eine überstandene Infektion aufgebaut. Eine Impfung stand damals noch nicht zur Verfügung. Zudem mutierte das Virus in eine weniger aggressive Art. Aber auch sozial wurde die Pandemie beendet. Nach dem Ersten Weltkrieg wollten die Menschen wieder Normalität und die Sicherheitsmaßnahmen wurden fallen gelassen.

Inbegriff der Pandemie: Die Pest

Viele Menschen starben während der Pest
Die Pest gilt als Inbegriff einer Pandemie. Pestdoktoren versuchten sich mit einer solchen Schnabelmaske vor dem Erreger zu schützen.
© iStockphoto

Die Pest ist für viele Menschen der Inbegriff einer pandemischen Seuche. Das Bakterium Yersinia pestis löst sie aus. Dieses kann von Nagetieren wie Ratten auf den Menschen übertragen werden. Untereinander stecken sich Menschen mit einer Tröpfcheninfektion an. Drei große Pest-Pandemien haben viele Menschenleben gefordert.

Besonders der "Schwarze Tod" zwischen 1346 und 1353 wütete schwer und tötete einen Großteil der europäischen Bevölkerung. Wie er endete, ist bisher nicht genau bekannt. Wahrscheinlich waren viele Überlebende immun. Wie Medizinhistoriker Jörg Vögele gegenüber ntv.de erklärte, könnte das Ende mit der veränderten Rattenpopulation zu tun haben. Die schwarzen Ratten, die für die Übertagung verantwortlich waren, wurden von braunen Ratten verdrängt. Zudem nahm auch die Hygiene zu diesen Zeiten zu. Außerdem wird vermutet, dass sich eine weniger tödliche Variante ausgebreitet hat.

Hartnäckige Infektionskrankheit: AIDS

AIDS ist ein Syndrom, welches nach einer HIV-Infektion auftritt. Anfang der 80er-Jahre rückte AIDS in den Fokus. Der Ursprung des Virus liegt beim Affen. Wahrscheinlich zwischen 1902 und 1921 soll es in Afrika von Affen auf den Menschen übergegangen worden sein. Von dort aus verbreitete sich das Virus weltweit. Die häufigste Übertragungsart ist ungeschützter Sexualkontakt. Weltweit starben bislang 32 Millionen Menschen an AIDS. Eine Impfung gegen HIV oder eine Heilung der Infektion ist zurzeit nicht möglich. Allerdings gibt es Medikamente, die einen Ausbruch der Symptome unterdrücken können.

Alle Pandemien endeten auf unterschiedliche Weise: Manche Krankheitserreger konnten ausgerottet werden, andere grassieren immer noch oder sind in harmlosere Varianten mutiert. Wie die Corona-Pandemie endet, wird sich noch zeigen. (pdr)