Fast alle über 50 haben sie

Woher die kreisrunde Narbe am Oberarm kommt

So sieht die typische Narbe nach einer Pockenimpfung aus.
So sieht die typische Narbe nach einer Pockenimpfung aus.
© iStockphoto, RusN

29. April 2021 - 13:03 Uhr

Viele Jüngere kennen den Ursprung der Narbe nicht mehr

Viele Menschen in Deutschland, die vor 1982 geboren wurden, tragen eine kreisrunde Narbe auf dem Oberarm. Woher sie stammt, darüber wird heute kaum noch gesprochen. Aus diesem Grund wissen viele Jüngere nicht mehr über den Ursprung der Narbe am Oberarm Bescheid. Wir klären auf.

Zeichen des Sieges gegen eine Virusepidemie

Die Narbe am Oberarm vieler Menschen über 50 Jahre erinnert an den erfolgreichen Kampf gegen eine jahrhundertelange Virusepidemie: die Pocken. Noch in den 1950er und 1960er Jahren gab es in Europa schlimme Pockenausbrüche, die durch Orthopockenviren ausgelöst wurden. Betroffene litten unter schwerem Fieber und Schüttelfrost, ihr gesamter Körper war von Eiterbläschen bedeckt. Pocken waren kaum behandelbar, lediglich ihre Symptome konnten bei guter medizinischer Versorgung gelindert werden. Nicht selten verlief eine Pockenerkrankung sogar tödlich.

Impfung dämmte die Pocken ein

Das einzige Mittel, um die Verbreitung der Pocken zu stoppen: die Pockenimpfung. Diese wurde typischerweise mit einer Impfpistole am Oberarm durchgeführt. An der Einritzstelle der Pistole entstand dann eine geplante Infektion. Die Haut der Geimpften bildete eine Pustel – aus der die runde Narbe resultierte, die bis heute bei vielen Menschen im Alter über 50 Jahren zu sehen ist.

Die weltweite Pocken-Impfpflicht zeigte bis Ende der 1960er ihre Wirkung, sodass die Pockenimpflicht in Westdeutschland im Jahr 1976 und in der DDR 1982 aufgehoben werden konnte – danach erfolgten meist nur noch Wiederholungsimpfungen. Seit 1980 spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar von einer 'pockenfreien' Welt.

Lese-Tipp: Historiker: Impfgegner gab es schon im 19. Jahrhundert

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