Diese Berufe sind besonders betroffen

Jede fünfte Vollzeitstelle erhält nur Niedriglohn

Im Friseurgewerbe lag das mittlere Einkommen zuletzt bei 1680 Euro brutto im Monat.
Im Friseurgewerbe lag das mittlere Einkommen zuletzt bei 1680 Euro brutto im Monat.
© dpa, Arne Dedert, ade exa tba

30. April 2021 - 12:45 Uhr

Antwort der Bundesregierung zum Tag der Arbeit

Fast jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland mit Vollzeitjob arbeitet zu Niedriglöhnen. Besonders hoch ist der Anteil mit 92 Prozent bei Friseurinnen und Friseuren. Im Friseurgewerbe lag das mittlere Einkommen zuletzt bei 1680 Euro brutto im Monat.

Im Osten fast jeder Dritte zu Niedriglöhnen beschäftigt

Das ergab eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zum Tag der Arbeit am Samstag. Neben den Friseurinnen und Friseuren sind auch weitere Berufsgruppen von niedrigen Löhnen betroffen:

  • In der Floristik arbeiten 85 Prozent aller regulär Vollzeitbeschäftigten zu niedrigen Löhnen.
  • In der Kosmetik und bei den Berufskraftfahrern im Personentransport sind es jeweils 78 Prozent.

Als Bezieher von Niedriglohn gilt man, wenn man in einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung weniger als zwei Drittel des mittleren Entgelts aller bekommt. Das waren zuletzt 18,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten oder knapp vier Millionen - die Schwelle lag zuletzt bei 2267 Euro. Im Westen lag der Anteil bei 16,3 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es noch 16,5 Prozent. Im Osten war mit 30,4 Prozent fast jeder Dritte zu Niedriglöhnen beschäftigt - nach 37,3 Prozent fünf Jahre zuvor.

Am oberen Rand der Einkommensskala bewegen sich die mittleren Entgelte teils deutlich oberhalb von 6000 Euro - etwa bei Juristen mit guten Jobs in der Rechtsberatung oder Rechtsprechung. In welchen weiteren Berufen gut verdient wird, zeigen wir in unserem Gehaltsvergleich 2021.

Beschäftige mit niedrigsten Löhnen besonders von Corona betroffen

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, forderte mehr Anstrengungen gegen niedrige Löhne. Der Mindestlohn habe bisher wenig daran geändert, dass Millionen Beschäftigte mit niedrigsten Löhnen abgespeist würden. "In der Corona-Krise werden nun ausgerechnet die Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen am härtesten von den Lockdowns getroffen."

Vorrangig müsse die Krisenabsicherung deutlich verbessert werden. "Das Kurzarbeitergeld ist für viele Beschäftigte zu niedrig, um davon leben zu können", sagte Zimmermann. Auch das Arbeitslosengeld müsse erhöht werden. Zügig müsse auch der Mindestlohn auf 12 Euro steigen.

Quelle: DPA / AZE

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