Gehaltsreport 2021

Das sind die Top-Jobs in Deutschland trotz Corona

Ärztinnen und Ärzte sind weiter die Topverdiener in Deutschland.
Ärztinnen und Ärzte sind weiter die Topverdiener in Deutschland.
© picture alliance, Lev Dolgachov

14. Juli 2021 - 13:35 Uhr

Tabuthema Gehalt

Gehalt ist in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Umso wichtiger sind Übersichten, die einen Überblick über das Durchschnittsgehalt in den unterschiedlichen Branchen geben. Die Jobbörse Stepstone hat jetzt ihren Gehaltsreport 2021 vorgestellt. Und der Gehaltsvergleich zeigt: Es kommt nicht nur darauf an, was für einen Beruf man hat, sondern auch, wo sich der Arbeitsplatz befindet.

Ärzte, Betriebswirte, Juristen

57.000 Euro brutto im Jahr - so hoch liegt derzeit das durchschnittliche Jahresgehalt von Beschäftigten in Deutschland. Die höchsten Gehälter erzielen Ärzte (89.500 Euro), Finanzexperten (73.800 Euro), wie beispielsweise Vermögensberater oder Controller, und Juristen (68.600 Euro). Bei den Branchen führen Deutschlands Schlüsselindustrien das Ranking an: Auf Platz 1 liegen Banken (69.600 Euro), dicht gefolgt von der Pharmaindustrie (69.500 Euro), der Automobilbranche (68.500 Euro) und dem Chemiesektor (66.200 Euro). Das zeigt der StepStone Gehaltsreport 2021, für den die Online-Jobplattform zum zehnten Mal in Folge Gehälter von rund 250.000 Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland ausgewertet hat.

Durchschnittlicher Jahresverdienst nach Berufsgruppen

BerufsgruppeJahresverdienst
Ärzte89.539 Euro
Finanzen73.847 Euro
Recht68.642 Euro
(Unternehmens-)Beratung64.173 Euro
Banken62.744 Euro
Ingenieurwesen62.564 Euro
IT60.563 Euro
Marketing, PR60.174 Euro
Produktion60.046 Euro
Vertrieb und Verkauf59.691 Euro
Personalwesen58.029 Euro
Bauwesen57.270 Euro
Forschung56.399 Euro
Logistik50.358 Euro
Design48.574 Euro
Gesundheit45.724 Euro
Medien45.121 Euro
Groß- und Einzelhandel45.067 Euro
Handwerk und technische Berufe44.710 Euro
Administration und Sekretariat43.788 Euro

"Das Gehalt ist ein Schlüsselfaktor bei der Entscheidung für einen Job. Und doch ist Gehalt in Deutschland immer noch ein Tabuthema. Das verunsichert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie wissen häufig nicht, welches Gehalt sie in ihrem Job erreichen können - und Arbeitgeber sorgen zu selten für Transparenz", sagt André Schaefer, Gehaltsexperte bei StepStone. "Denn Menschen sind eher bereit, sich auf einen Job zu bewerben, wenn sie konkrete Gehaltsinformationen erhalten."

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Hier wird am meisten verdient

Wie bereits in den vergangenen Jahren gibt es die höchsten Gehälter in Hessen (60.900 Euro), dicht gefolgt von Baden-Württemberg (60.200 Euro) und Bayern (60.000).

Die niedrigsten Durchschnittsgehälter werden in Brandenburg (47.000 Euro), Mecklenburg-Vorpommern (47.400 Euro) und Sachsen-Anhalt (47.800 Euro) gezahlt.

Im Städte-Ranking liegt Frankfurt am Main (66.500) vorn, dicht gefolgt von Stuttgart (66.200 Euro) und München (65.200 Euro).

Durchschnittlicher Jahresverdienst in den Bundesländern

BundeslandJahresverdienst
BadenWürttemberg60.182 Euro
Bayern60.013 Euro
Berlin53.408 Euro
Brandenburg47.008 Euro
Bremen54.209 Euro
Hamburg58.029 Euro
Hessen60.936 Euro
MecklenburgVorpommern47.416 Euro
Niedersachsen53.365 Euro
NordrheinWestfalen56.912 Euro
RheinlandPfalz54.225 Euro
Saarland54.021 Euro
Sachsen48.044 Euro
SachsenAnhalt47.790 Euro
Schleswig-Holstein51.309 Euro
Thüringen48.982 Euro

Wer studiert, verdient deutlich mehr

Arbeitnehmer, die ein Studium abgeschlossen haben, starten in der Regel später ins Berufsleben. Allerdings erzielen sie auch deutlich höhere Gehälter. Beschäftigte mit einem akademischen Abschluss verdienen im Schnitt 65.900 Euro im Jahr. Arbeitnehmer ohne Studium kommen hingegen auf 49.200 Euro.

Unterschiede gibt es laut dem Gehaltsreport allerdings zwischen den einzelnen Abschlüssen: Wer einen Masterabschluss besitzt, verdient im Schnitt mehr als 7.000 Euro jährlich mehr als ein Bachelorabsolvent.

Und auch bei den Studienfächern sind die Unterschiede auf dem Lohnzettel später groß: Ein Studium der Medizin oder Zahnmedizin ist finanziell besonders lohnend. Wer hier einen Abschluss schafft, erzielt im Schnitt ein Gehalt von 100.800 Euro. Juristen (78.000 Euro) und Wirtschaftsingenieure (72.100 Euro) verdienen ebenfalls überdurchschnittlich gut. Das Schlusslicht belegen Absolventen des Studiengangs Design, kommen im Schnitt auf 49.200 Euro.

Doch nicht nur nach einem Studium winkt ein guter Jahresverdienst. Beschäftigte mit einer Ausbildung im Berufsfeld Finanzen verdienen mit 61.600 Euro am besten.

Große Konzerne zahlen besser als kleine Startups

Bei der Höhe des Gehaltes spielt auch eine wesentliche Rolle, in welchem Unternehmen man angestellt ist. Generell gilt die Faustregel: Je größer ein Unternehmen, desto höher die Gehälter.

Arbeitgeber, die maximal 50 Mitarbeiter beschäftigen, zahlen im Schnitt ein Jahresgehalt von 48.000 Euro. Wer hingegen bei einem Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten angestellt ist, darf mit knapp 20.000 Euro mehr Jahresgehalt rechnen.