Angeber-Wissen: 5 Fakten über Störche

Ist selbst Star-Storch Fridolin untreu und führt nur eine Saisonehe?

05. August 2021 - 10:34 Uhr

Die große Winterreise beginnt

Bald ist Aufbruchstimmung: Ab Mitte August fliegen Störche nämlich schon wieder ab in den Süden, um der Nahrungsknappheit bei uns zu entkommen. Dazu versammelt sich ein ganzer Storchenzug und jeder einzelne Vogel wird zum wahren Vielflieger: In den zwei bis vier Zugmonaten legen Störche im Durchschnitt 150 bis 300 Kilometer pro Tag zurück. Doch mit den veränderten Klimabedingungen ist das oft gar nicht mehr notwendig – und die Route ändert sich.

Welche Route die Tiere nehmen und wo sie bleiben, zeigen wir Ihnen im Video – und zusätzlich haben wir fünf spannende Storch-Fakten für Sie.

Fakt 1: Niedersachsen hat einen Star-Storch

Fridolin ist wohl der bekannteste Storch Niedersachsens. "Fridolin ist schon über 11 Jahre bei uns", erzählt Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU Artenschutzzentrums in Leiferde im Interview mit RTL Nord. "Jeder kennt ihn in Niedersachsen und fragt 'Na wann kommt er?' oder 'Ist er schon da?' oder auch 'Ist Mai schon da?'" Storchenweibchen Mai und Fridolin sind nämlich bereits seit 2018 ein Paar! Doch, ist das für die Ewigkeit? Laut NABU sind die Tiere nämlich gar nicht ihrem Partner, sondern vielmehr ihrem Nest treu. Sie versuchen jährlich den gleichen Horst zu besetzen und manchmal findet dabei eben die gleiche Storchenkombi zusammen. Während der Brut bleiben sie dann stur bei ihrem Partner. Man könnte also von einer Saisonehe sprechen.

Fakt 2: Warum Störche so gern auf Dächern leben

Neben dem Schutz der Jungtiere vor Raubtieren, wie dem Marder, haben die erhöhten Nistplätze beim Storch noch zwei weitere Gründe: Der Storch bevorzugt einen Rundumblick über sein Futtergebiet und: Es ist einfach praktischer, denn die Höhe kommt seinem Flugstil entgegen. In der Natur nisten Störche auch auf natürlichen Erhebungen wie Felsen oder in Astgabeln. Bodenbruten kommen dagegen sehr selten vor. Aus den letzten 70 Jahren sind nur sechs Fälle dokumentiert, in denen Störche ihre Nester ebenerdig gebaut haben.

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Fakt 3: Warum Störche das Weite suchen

Die wahrscheinlichste Erklärung für die Winterreise ist laut NABU, dass Zugvögel einen jahreszeitlich bedingten Futtermangel in ihren Brutgebieten ausgleichen wollen. Auf dem vielfältigen Menü der Tiere stehen beispielsweise Luzernenkäfer oder die Larve des Afrikanischen Herrwurms – aber auch Fische, Lurche und Mäuse sind beliebt. Generell sind Störche nicht wirklich wählerisch, sondern fressen so ziemlich alles, was in reichlicher Zahl vorhanden ist.

Fakt 4: Historische Höchststände im Storchenbestand

2020 wurde der höchste Storchenbestand seit mehr als 60 Jahren gemessen: 1.306 Weißstorchenpaare ließen sich laut dem Vogelschutzverbund NABU bei uns in Niedersachsen nieder. Damit wurde das Ergebnis aus 2019 erneut um 15 Prozent übertroffen. Ein möglicher Grund ist, dass die Vögel ausgeruhter nach Deutschland zurückkommen, da weniger Tiere auf der langen Reise sterben. Durch die kürzere Flugroute steigt dann der Storchenbestand in Niedersachsen.

Fakt 5: Was haben Störche mit Babys zu tun?

Seit langer Zeit wird der Storch als "Kinderbringer" angesehen. Laut NABU hängt das möglicher Weise mit dem freizügigen Sexualleben der Tiere zusammen: Störche paaren sich zum Teil mehrmals in der Stunde und das vor aller Augen in der Öffentlichkeit. Vielleicht steht der Storch deshalb bis heute als Symbol für Fruchtbarkeit und der im Volksmund bekannte Meister Adebar muss herhalten, wenn die Frage nach dem Kinderkriegen nur ungern richtig beantwortet wird. Ursprung von Adebar könnte die Deutung des Vogels als "Glücksbringer" sein – denn das Wort besteht aus den Wortteilen auda- "Heil, Glück" und bera- "tragen, bringen, gebären". (ekl)

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