US-Studie untersucht Wirksamkeit

Wie gut schützen die Impfstoffe von Biontech und Moderna gegen die indische Corona-Variante?

Muss uns die indische Coronavirus-Variante auch in Deutschland Sorgen bereiten?
Muss uns die indische Coronavirus-Variante auch in Deutschland Sorgen bereiten?
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19. Mai 2021 - 9:19 Uhr

Indische Mutation des Coronavirus verbreitet sich schnell

Obwohl die indische Variante des Coronavirus mit dem Kürzel B.1.617 in Deutschland noch selten zu finden ist, nimmt auch bei uns die Angst vor der Mutation zu. Denn die indische Mutation verbreitet sich schnell. Wie gut aber schützen die verfügbaren Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna dagegen?

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WHO stuft B.1.617 als "besorgniserregend" ein

Noch liegt der Anteil der festgestellten Infektionen mit der Variante B.1.617 laut Robert Koch-Institut (RKI) bei etwa zwei Prozent - "aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an", wie das RKI vermeldet. Mit zwei Prozent sei der Anteil der indischen Coronavirus-Variante B.1.617 in Deutschland bereits höher als der der südafrikanischen und der brasilianischen Varianten.

Untersuchungen in Großbritannien zeigten zudem, dass sich die Zahl innerhalb einer Woche verdoppeln kann. Weil die indische Variante ansteckender und auch unempfindlicher gegen Antikörper sein könnte als die übrigen Varianten, stuft auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) B.1.617 als "besorgniserregend" ein. Daher wurde nun in einer US-Studie untersucht, ob die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna auch gegen die indische Virus-Variante wirken.

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Indische Corona-Mutante auch in Deutschland auf dem Vormarsch

"Wir haben festgestellt, dass die Antikörper des Impfstoffs zwar ein wenig schwächer gegen die Varianten wirken, aber nicht so sehr, dass es unserer Auffassung nach große Auswirkungen auf die Schutzfähigkeit der Impfstoffe hätte", so Nathaniel Landau, einer der Verfasser der Studie.

Allerdings wurde die Studie der NYU Grossman School of Medicine und des NYU Langone Center bislang noch nicht durch mehrere Fachexperten unabhängig voneinander begutachtet. Ohne ein entsprechendes Peer-Review-Verfahren zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität ist die Korrektheit der Studie noch nicht geklärt. Ihre Aussagekraft ist somit begrenzt.

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Wissenschaftler glauben, "dass die Impfstoffe hochgradig schützen werden"

Für ihre Studie entnahmen die Wissenschaftler Menschen, die bereits komplett durchgeimpft sind, Blutproben. Diese setzten sie unter Laborbedingungen künstlich hergestellten Pseudoviruspartikeln aus. Landau zufolge stellten die Forscher fest, dass die Zahl der Antikörper bei den indischen Varianten geringer ausfiel. "Es gab aber genug, die funktionieren, so dass wir glauben, dass die Impfstoffe hochgradig schützen werden."

Zudem arbeiten die Impfstoffhersteller mit Hochdruck an der Entwicklung der nächsten Generation von Vakzinen, die die Menschheit gegen (weitere) Mutationen schützen soll. (ntv/rki/nri)

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