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Impfpflicht für Kita-Mitarbeiter? Deswegen ist die Verbandschefin dagegen!

Personalnot und Kita-Schließungen

Impfpflicht für Kita-Mitarbeiter? Deswegen ist die Verbandschefin dagegen!

Mini-Gruppe statt Maske: Wie mehr Notbetreuung in Kitas gelingt
Waltraud Weegmann ist Vorsitzende des Deutschen Kitaverbandes. Foto: Konzept-e/Deutscher Kitaverband/dpa-tmn
deutsche presse agentur

Impfquote ist schon sehr hoch

Wie geht es für Kita-Kinder in der Corona-Pandemie weiter? Die Inzidenz klettert wegen der gelockerten Maßnahmen in der 4. Welle natürlich auf ungeahnte Höhen - aber durch die zu geringe Impfquote laufen die Intensivstationen trotzdem wieder voll. Die Politik diskutiert deswegen unter anderem eine Impfpflicht für Berufe mit vielen Kontakten - Pädagogen vorneweg. Ist eine Impfpflicht für Erzieherinnen und Erzieher sinnvoll? Die Vorsitzende des Deutschen Kitaverbandes, Waltraud Weegmann, sagt: Nein, die Impfquote ist schon sehr hoch - es muss andere Wege geben.

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Quote auf 100 Prozent erhöhen - aber ohne Pflicht

Wenn es um die Impfquote geht, sieht es bei Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland im Vergleich zur Gesamtquote eigentlich sehr gut aus: "Wir haben aktuell bereits eine Impfquote von 90 Prozent bei Erzieherinnen und Erziehern, das ist eine sehr hohe Quote", sagt die Vorsitzende des Deutschen Kitaverbandes, Waltraud Weegmann RTL. "Wir haben aber auf der anderen Seite Kinder, die ein Recht auf Gesundheit haben, und Mitarbeiter, die eine gesellschaftliche Verantwortung haben - und zwar dafür, dass die Kitas auf gar keinen Fall wieder geschlossen werden." Deswegen müsse, so Weegmann, alles dafür getan werden, dass die Impfquote bei Kita-Mitarbeitern auf 100 Prozent erhöht werde - aber auch alles dafür, dass eine Impfpflicht vermieden wird.

Angespannte Personallage: Impfpflicht würde zu Kündigungen führen

Aber warum nicht durch eine Impfpflicht? "Es geht um zehn Prozent der Mitarbeiter", sagt Weegmann. Käme eine Impfpflicht, so sei davon auszugehen, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verloren gehen, weil sie aus dem Thema Kinderbetreuung möglicherweise komplett aussteigen - und das vor dem Hintergrund einer eh schon sehr angespannten Personallage in deutschen Kitas.

Wenn die Erzieher sich infizieren, krank werden und dann länger ausfallen, wird die Personalnot auch groß - und es gibt natürlich das Argument, dass Ungeimpfte ein unkalkulierbares Risiko für Kinder sein könnten. Wäre das nicht Grund genug für eine Impfpflicht? Kinder würden zwar nicht schwer an Corona erkranken, aber könnten eben andere anstecken - das sei vollkommen klar, gibt Weegmann zu. Die Hoffnung sei jedoch, die verbleibenden zehn Prozent, oder zumindest einen Teil davon, für eine Impfung gewinnen zu können. "Zum Beispiel durch strengere Regeln und Werbung fürs Impfen", so Weegmann. (ija)

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