Horror-"Tierschutzhof" geräumt

Emsland: Tierschützer befreien 68 abgemagerte und kranke Hunde

30. März 2020 - 13:13 Uhr

Verdreckt, verfilzt und verwahrlost

Tierschützer haben im Emsland in Niedersachsen 68 Hunde von einem sogenannten "Hundeschutzhof" befreit. Die Hunde wurden nach Angaben der Organisation "Mensch mit Tier – Wir helfen Dir e.V." jahrelang unter schlimmsten Umständen gehalten. Die verwahrlosten, abgemagerten und verfilzten Tiere mussten in kleinen vollgekoteten Boxen leben. Außerdem fand die Organisation unzählige Hundeskelette auf dem Hof vor. Die Befreiung der Tiere und den erschreckenden Zustand des Hofes, zeigen wir in unserem Video.

Tierschützern fehlen die Worte

"Das Ganze ist nicht in Worte zu fassen. Alles grausam. Die Tiere wurden eingesperrt. Alles war mit Kot verschmiert und es gab kein Futter", beschreibt Tierschützerin Nina Penné die Lage auf dem Hof. "Alle Außenanlagen standen unter Strom. Es waren Nägel in die Seitenwände der Boxen gehauen, damit die Tiere nicht kratzen." Die "grausigste" Entdeckung sei aber ein Hundekadaver gewesen, den die Tierschützer in einer der Boxen vorfanden.

Landkreis: Bei Kontrollen gab es keine Auffälligkeiten

Seit Bestehen des "Hundeschutzhofes" werfen Tierschützer der Betreiberin regelmäßig Tierquälerei vor. Eindeutige Beweise dafür seien dem Landkreis Emsland allerdings nie vorgelegt worden, wie eine Sprecherin mitteilte. Der Hof wurde in den vergangenen fünf Jahren drei Mal durch die Behörden kontrolliert. Besondere Auffälligkeiten seien dabei nicht festgestellt worden. "Lediglich die Zahl der vorgefundenen Hunde bewegte sich geringfügig oberhalb der Genehmigung. Zustände, wie sie jetzt im Zuge der Räumung offensichtlich wurden, waren in der Vergangenheit bei amtlichen Kontrollen nie festgestellt worden", so der Landkreis. In einem Anhörungsverfahren werde jetzt geprüft, ob der Betreiberin des Hofes die Tierhaltung untersagt wird.  

Die Hunde konnten in der Zwischenzeit an mehrere Tierheime vermittelt werden. Tine vom Tierschutzverein hofft jetzt, dass viele von ihnen ein neues Zuhause finden: "Man hilft dem Hund und sieht die Freude von dem Tier. Jetzt wissen wir, dass wir das Richtige getan haben."