Haben die Behörden hier versagt?

35 tote Hunden in Müllsäcken: So erlebte die Tierschützerin den schrecklichen Fund

11. Februar 2020 - 9:43 Uhr

Im Video spricht die Tierschützerin über den schrecklichen Fund

Vergangenen Sommer fanden Tierschützer 35 tote Hunde auf einem Anwesen im österreichischen Kärnten. Wegen Tierquälerei drohen Birgit S. bis zu zwei Jahre Haft. Die Bilder der toten Tiere in den Müllsäcken werden Christa Valentin ihr Leben lang verfolgen. Im Video spricht die Tierschützerin über den schrecklichen Fund.

Viele Hunde werden vermisst

Zum Teil hatten die Hunde Halsbänder um, einer trug noch einen Maulkorb. Direkt nach dem Fund benachrichtigen die Tierschützer die Polizei und einen Amtstierazt. "Der Geruch nach Verwesung war unerträglich.", erzählt Christa Valentin, "was müssen die Tiere durchgemacht haben?" Die 49-Jährige ist geschockt und traurig. Nur drei der etwa 35 Hunde konnten identifiziert werden. Zahlreiche Vierbeiner werden noch vermisst. Viele davon wurden in die Obhut der selbsternannten Tiertrainerin Birgit S. gegeben. Nicht nur von Privatleuten.

Birgit S. schaffte sich vor allem Hunde der Rasse Malinois an

Birgit S. soll sich vor allem Belgische Schäferhunde - sogenannte Malinois - beschafft haben. Meist aus deutschen Tierschutzorganisationen und Tierheimen. Sie nahm vor allem Hunde an, mit denen andere nicht mehr so gut zurecht kamen. Außerdem soll die Beschuldigte finanzielle Unterstützung von den Organisationen erhalten haben, weil sie die Hund in ihre Obhut nahm.

Zwar sollen die Behörden das Wohlergehen der Hunde regelmäßig überprüft haben, aber: "Diese Frau konnte perfekt täuschen", meint Christa Valentin. Birgit S. soll ständig ein neues Grundstück als ihr eigenes ausgeben und den Beamten schöne Fotos und Videos von den Tieren geschickt haben.

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"Die Behörden haben versagt"

Die Tierschützerin meint, dass die Behörden in diesem Fall versagt haben. Denn Hinweise, die vor allem sie selbst bereits im Jahr 2014 darauf gab, dass es den Tieren bei Birgit S. nicht gut gehe, nahmen die Beamten wohl nicht ernst. Es sollen sich mehrere Menschen in der Umgebung beschwert haben, weil die Tiere zum Teil ausbrachen und sogar frei herumliefen. Desweiteren soll eine Beamtin schon im April 2019 das Anwesen von Birgit S. besucht und damals schon den gleichen Geruch wahrgenommen haben. Doch sie habe gedacht, es wäre Hundekot. "Keiner wollte es sehen", sagt die Tierschützerin.

Christa Valentin besitzt in Kärnten selbst eine Hundepension und kennt die Beschuldigte schon seit Jahren. Sie vermutet, dass Birgit S. die Hunde auf dem Anwesen sich selbst überlassen hat, wo sie sich gegenseitig umbrachten oder verhungert sind.

Verfahren wegen Tierquälerei läuft

Die Staatsanwaltschaft bestätigte RTL, dass gegen Birgit S. wegen Tierquälerei ermittelt wird. Das Verfahren läuft. Wann Birgit S. der Prozess gemacht wird, steht noch aus.