700 Menschen aus Ophoven evakuiert

Deich der Rur gebrochen: Wasser flutet Stadtteil von Wassenberg

18. Juli 2021 - 9:05 Uhr

Anwohner in Ophoven kämpfen gegen die Wassermassen

Mitten in der Nacht mussten 700 Menschen aus Ophoven im Kreis Heinsberg ihre Häuser plötzlich verlassen. Der Ortsteil der Stadt Wassenberg musste komplett evakuiert werde. Der Damm der Rur ist nach der Unwetterkatastrophe gebrochen. Wie groß der Schaden ist, ist noch nicht klar. Viele Anwohner versuchen noch, mit Sandsäcken das Schlimmste zu verhindern. Nun steht der Ort teilweise unter Wasser.

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Es sei für die Bürger nach wie vor gefährlich, sich in dem Gebiet aufzuhalten, sagte ein Feuerwehrsprecher. "Durch hohe Wasserstände verursachte Gefährdungen können nicht ausgeschlossen werden", teilte auch die Stadt mit. Wer nicht in der Lage sei, seine Wohnung selbstständig zu verlassen, solle über eine Hotline um Hilfe bitten.

Vorwarnunung für zwei weitere Stadtteile

Die Lage war am frühen Samstagmorgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der Pegelstand des Wassers stagniere. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. "Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit", teilte die Stadt Wassenberg am Samstag mit.

Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei.

Deich in Ophoven sollte eigentlich erneuert werden

Der Fluss Rur hat seine Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Es ist nicht das erste Mal, dass der Deich in Ophoven Probleme macht. Bereits 2011 drohte der Damm bei einem Hochwasser zu brechen, wie die Rheinische Post berichtet. Damals konnte die Katastrophe gerade noch verhindert werden.

Danach war eigentlich ein neuer Damm geplant, um die Menschen in Wassenberg-Ophoven vor einer neuen Hochwasser-Katastrophe zu schützen. Doch der sei nie gebaut worden, wie die Zeitung berichtet. "Neue Berechnungen sollen ergeben haben, dass das Hochwasser an Ophoven vorbeifließt. Wir alle hoffen sehr, dass diese Berechnungen stimmen", sagte Ingo Ramakers, Stadtverordneter der CDU in Wassenberg der "Rheinischen Post".

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Die Menschen in Ophoven versuchen, mit Sandsäcken das Schlimmste zu verhindern.
© dpa, Dennis Lloyd Brätsch, ost

Anwohner in Ophoven haben Angst vor der Katastrophe

Nun ist der Damm gebrochen und die Ophovener haben Angst um ihr Hab und Gut. "Ich weiß nicht, wo das Ganze noch enden soll, wir sind hier alle mit Händen und Füßen dran und sind froh über jede Hilfe, die hier ist", sagt Agneta Aßmann aus Ophoven im RTL-Interview. Die Menschen sorgen sich, dass die Wassermassen der Rur bald ihre Häuser, Gärten und Autos fluten. (dpa/jgr)