Die Mutter (46) hat einen Hirntumor

Besuch beim Optiker rettet Sarahs Leben

Dank eines Routine-Termins beim Optiker konnte Sarah Cardwells Hirntumor diagnostiziert werden.
Dank eines Routine-Termins beim Optiker konnte Sarah Cardwells Hirntumor diagnostiziert werden.
© MEN Media

24. September 2021 - 12:22 Uhr

Sie sah schon länger sehr schlecht

Nichtsahnend geht Sarah Cardwell im November 2018 zum Optiker. Eigentlich will sie bei einem Routine-Test nur prüfen lassen, ob sich ihre Sehkraft wirklich so massiv verändert hat, wie sie denkt. Schnell soll sich diese Vermutung bestätigen, denn: Keine einzige Brille hilft der 46-Jährigen. Ein folgender Besuch beim Augenarzt bringt Gewissheit: Sarah hat einen Tumor auf dem Sehnerv.

Termin beim Optiker hat Sarah Cardwell immer wieder aufgeschoben

Die zweifache Mutter Sarah Cardwell, die als Kommunikationsbeauftragte an der Leeds Beckett Universität tätig ist, arbeitet seit ihrer Leidensgeschichte mit der Wohltätigkeitsorganisation "Brain Tumor Research" zusammen und klärt über ihre lebensbedrohliche Erfahrung auf. Wie "Leeds Live" berichtet, ist die Britin ursprünglich davon ausgegangen, dass sie "nur" eine neue Brille braucht: "Zu dieser Zeit habe ich nur eine Brille zum Autofahren getragen. Ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich einen Termin beim Optiker machen muss, habe es immer wieder aufgeschoben." Im Sommer bemerkt sie dann, dass ihre Sicht verschwommen und getrübt ist, einige Monate später folgt dann die Untersuchung beim Optiker – zum Glück!

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Nach der Diagnose folgt ein regelrechtes Auf und Ab

Ein Augenarzt bzw. Optiker schaut sich auf einem technischen Gerät ein vergrößertes Auge an.
Zum Glück ist Sarah Cardwell zum Routine-Check beim Optiker gegangen, sonst wäre ihr Hirntumor vermutlich unentdeckt geblieben. (Symobolbild)
© FG Trade

"Die Optikerin hat dann eine Reihe von Tests durchgeführt, um damit herauszufinden, ob sich meine Sehkraft mit verschiedenen Stärken von Korrekturgläsern verbessern lässt", erzählt Sarah der Leedser Lokalzeitung. Aber: "Mit jeder neuen Linse, die sie ausprobiert hatte, konnten wir keine Veränderung feststellen." Für Sarah gibt es in diesem Augenblick nur eine Lösung: ab ins Krankenhaus. Dort macht ein Augenarzt ein Foto von Cardwells Auge und führt mit ihr einen Farbenblindheitstest durch. Dabei stellen Mediziner und die zweifache Mutter Erschreckendes fest: "Ich habe keine einzige Farbe richtig erkennen können. Der Arzt hat mir viele Fragen über meinen Gesundheitszustand gestellt, ob ich schnell müde werde und ob ich irgendwelche anderen ungewöhnliche Symptome bemerkt habe." Sarahs Antwort: Ja! Je mehr sie darüber nachdenkt, desto offensichtlicher wird, dass sie schon oft mit Übelkeit, Schwindel und starken Kopfschmerzen zu tun hatte. Darauf, dass etwas Schlimmes dahinterstecken könnte, ist sie zunächst nicht gekommen.

Im Dezember 2018 kommt sie ins MRT, Neurochirurgen finden dann den Tumor, der auf dem Sehnerv sitzt. Noch am nächsten Tag wird Sarah Cardwell operiert. Auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt weiß, dass es ihr bald besser geht, hat sie Angst davor, ihre beiden Töchter nicht mehr wieder zu sehen. Kurz vor Weihnachten wird sie jedoch entlassen und kann das Fest mit ihren Liebsten genießen.

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Ruhig auf das eigene Bauchgefühl hören!

Doch das Hochgefühl hält nicht lange an, denn: Im Juni bestätigt sich Cardwells Verdacht, dass der Tumor zurückgekehrt ist, als sie plötzlich ein Kribbeln am Auge spürt. Einen Monat später folgt eine weitere OP. Seitdem unterzieht sie sich jährlichen MRT-Untersuchungen. Jetzt möchte sie Menschen ermutigen, nicht nur auf ihr allgemeines Wohlbefinden zu achten, sondern auch auf ihre Augengesundheit. "Ich habe den Gang zum Optiker lange vor mir hergeschoben. Jetzt ist mir viel bewusster, dass ein Problem mit dem Sehvermögen auch ein Hinweis auf etwas Ernstes sein kann. Im Nachhinein wünschte ich, ich wäre früher zur Routine-Untersuchung gegangen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie mein Leben gerettet hat." Natürlich sollen Sie nicht sofort in Panik ausbrechen, sobald Sie etwas "Ungewöhnliches" an Ihrem Auge oder an anderen Körperteilen bemerken, aber manchmal hilft es schon, aufs eigene Bauchgefühl zu hören! (vdü)

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