Höchstwerte teilweise um das Hundertfache überschritten

Greenpeace-Report: Fast-Fashion-Gigant Shein verkauft verseuchte Mode

So gefährlich sind die verseuchten SHEIN-Produkte Nach Greenpeace-Report
03:32 min
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So gefährlich sind die verseuchten SHEIN-Produkte

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Für die Teens und Twens von heute muss Mode extrem stylish und dabei möglichst unverschämt günstig sein. Diese Ansprüche befriedigt der chinesische Ultra-Fast-Fashion-Riese Shein, der hauptsächlich in Social Media mithilfe von Influencern für seine Produkte wirbt. 2008 gegründet, hat sich das Unternehmen mit der Zeit zur weltweiten Nummer 1 entwickelt. Mit fatalen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit, wie jetzt ein Report von Greenpeace zeigt. Das Unternehmen weist die Vorwürfe von sich.

RTL-Reporterin Janina Beck hat mit einer Ärztin gesprochen und nachgehakt: Welche Auswirkungen haben die versuchten Klamotten auf unsere Gesundheit? Die Antwort gibt’s im Video.

Handelsblatt: „Geschäftsmodell der Rücksichtslosigkeit“

Das Erfolgsgeheimnis von Shein – gesprochen Sche-in – liegt in den extrem günstigen Preisen und der Tatsache, dass es an jedem Tag neue Kleidung gibt, die voll im Trend liegt. Doch der Erfolg der ultraschnellen Mode via App und Online-Store hat einen hohen Preis, wie Kritiker immer wieder bemängeln: Masse statt Klasse, intransparente Lieferketten, Designs werden kopiert, Mode nur aus Polyester, schlechte Arbeitsbedingungen und eine katastrophale Ökobilanz. Von einem „Geschäftsmodell der Rücksichtslosigkeit“ spricht das Handelsblatt, Funk nennt den Konzern die „Verkörperung des Schlimmsten, was die Globalisierung zu bieten hat“.

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Produkttests von 47 Artikeln der chinesischen Ultra-Fast-Fashion-Marke

Ein aktueller Report der Umweltorganisation Greenpeace bringt jetzt einen weiteren Vorwurf hinzu: der Moderiese verkaufe regelrecht verseuchte Kleidung. Produkttests von 47 Artikeln der chinesischen Ultra-Fast-Fashion-Marke hatten demnach ergeben, dass sieben von ihnen gefährliche Chemikalien enthielten, die die Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung REACH überschreiten. Und das teilweise um das Hundertfache, so die Organisation in einer aktuellen Pressemitteilung. Insgesamt enthielten 15 Produkte gefährliche Chemikalien in besorgniserregenden Mengen.

Für den Test hatte Greenpeace 42 Testartikel gekauft, nach eigenen Angaben von Shein-Websites in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz sowie fünf Artikel in einem Pop-up-Store in München.

„Die EU muss ihre Gesetze zum Schutz der Umwelt und Verbraucher:innen auch für Onlinehändler durchsetzen und REACH deutlich verschärfen“, fordert Viola Wohlgemuth, Expertin für Ressourcenschutz von Greenpeace. Chemikalien, die in Deutschland beim Tragen eines Textils potenziell krebserregend sind, seien es erst recht für die Arbeiter uns Arbeiterinnen in den Fabriken von Shein in China.

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Shein: „Produkte bis zum Abschluss der Ermittlungen sofort entfernt“

Auf Anfrage von RTL teilte das Unternehmen mit, es nehme die Sicherheit seiner Produkte sehr ernst. Lieferanten müssten die Standards einhalten, darunter die europäische REACH-Verordnung. Shein arbeite eng mit internationalen Prüfstellen zusammen, um regelmäßige Tests auf Produktsicherheitsstandards durchzuführen.

Im vergangenen Jahr habe man mit den Prüfstellen 300.000 chemische Sicherheitstests durchgeführt. Sei ein Produkt nicht konform mit den Standards, zögere man nicht, mit dem Lieferanten des Produkts „entsprechende Folgemaßnahmen zu ergreifen“, heißt es dort. „Auf der Grundlage der Informationen, die über den Social-Media-Account von Greenpeace verfügbar sind, können wir außerdem bestätigen, dass wir die genannten Produkte bis zum Abschluss der Ermittlungen sofort entfernt haben“, so Shein weiter in der Stellungnahme. (ija)