Ermittler suchten alle Aufenthaltsorte von Christian B. ab

Fall Maddie McCann: Staatsanwaltschaft äußert sich zu den Grabungen in Hannover

Niedersachsen, Hannover, 28.07.2020, Polizeibeamte durchsuchen eine Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Se
Niedersachsen, Hannover, 28.07.2020, Polizeibeamte durchsuchen eine Kleingarten-Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Se
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19. September 2020 - 9:41 Uhr

Bisher haben Ermittler zu den Ergebnissen der Durchsuchung geschwiegen

Im Fall der seit 2007 vermissten Madeleine McCann durchsuchte die Polizei eine Kleingartenanlage in Hannover und nahm Grabungen vor. Zu den Ergebnissen der Suche schwiegen die Ermittler bisher. Christian Wolters, von der Staatsanwaltschaft Braunschweig, hat sich nun erstmals zu den Grabungen geäußert. Offenbar wurde dabei nicht gezielt nach etwas Speziellem gesucht, dass der hauptverdächtige Christian B. in der Anlage versteckt haben könnte.

Christian B. soll häufiger Datenträger vergraben haben

Auf RTL-Anfrage teilte Wolters mit, dass die Durchsuchung in Hannover "das Resultat routinemäßiger Ermittlungsarbeit" gewesen sei. Man wisse, dass Christian B. in der Vergangenheit bereits Datenträger vergraben habe. Darum sei auch in der Kleingartenanlage überprüft worden, ob der Beschuldigte dort Beweise verschwinden lassen habe. Alle Orte, an denen sich Christian B. längere Zeit aufgehalten habe, seien durchsucht worden, so der Staatsanwalt.

Was hat die Polizei in der Kleingartenanlage in Hannover gefunden?

"Zu den Grabungen in Hannover möchte ich daher ergänzend nur sagen, dass die Durchsuchung nicht auf einem aktuellen, konkreten Hinweis beruhte", schrieb Wolters in seiner Stellungnahme an RTL. Die fragliche Parzelle in Hannover war vorher von den Ermittlern noch nicht komplett durchkämmt worden. Daher bestand die Möglichkeit, dass dort unentdeckte Beweise liegen könnten.

Zum Thema, was die Durchsuchung der Parzelle ergab, hält Wolters sich noch bedeckt. "Ob dort etwas und ggf. was dort gefunden wurde, möchte ich derzeit mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht mitteilen", erklärte Wolters.

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Maddie McCann verschwand 2007 im Portugalurlaub

Die damals 3-jährige Madeleine "Maddie" McCann verschwand 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz. Der Fall erlangte immer wieder weltweite Aufmerksamkeit durch Kampagnen, die Maddies Eltern, Kate und Gerry McCann starteten, um ihre Tochter zu finden. Zwischenzeitlich gerieten sie sogar selbst in den Fokus der Ermittler

Anfang Juni – 13 Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens – wandten sie die Ermittler dann an die Öffentlichkeit. Um neue Zeugen und Hinweise zu finden, machten sie öffentlich, dass sie Christian B. im Visier hatten. Der heute 43-jährige wird verdächtigt, Maddie damals entführt und ermordet zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass das Mädchen noch am leben ist.

Christian B. wegen Sexualdelikten vorbestraft

Christian B. wurde in der Vergangenheit mehrfach straffällig. Er hat mehrere Vorstrafen wegen Sexualdelikten – auch Kinder waren unter seinen Opfern. Im Moment sitzt er in Kiel eine Strafe ab, die 2011 das Amtsgericht Niebüll gegen ihn verhängte. Dabei ging es um den Handel mit Drogen. Die Haft soll im Frühjahr 2021 enden. Zwischenzeitlich hatte Christian B. einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. Den zog er allerdings Ende Juli wieder zurück.

Außerdem wurde B. wegen der Vergewaltigung einer 72-Jährigen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Tatverdächtige im Fall Maddie geht vor dem Europäischen Gerichtshof gegen dieses Urteil an. 

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