Gefährlich, aber oft vermeidbar

Gedeihstörung beim Baby: So können Sie einer Entwicklungsstörung vorbeugen

Eine Gedeihstörung kann gefährlich für das Baby werden, ist aber vermeidbar. Wir verraten, wie Sie eine solche Entwicklungsstörung rechtzeitig erkennen und behandeln können.
Eine Gedeihstörung kann gefährlich für das Baby werden, ist aber vermeidbar. Wir verraten, wie Sie eine solche Entwicklungsstörung rechtzeitig erkennen und behandeln können.
© iStockphoto, Andrey Popov

15. September 2020 - 12:18 Uhr

Gedeihstörung: Gefährlich, aber oft vermeidbar

Wenn sich ein Baby langsamer entwickelt als andere Kinder in seinem Alter, spricht man von einer Gedeihstörung. Zumeist wird diese durch eine geringere Gewichtszunahme oder eine kleinere Körpergröße deutlich. Abgesehen davon kann es zu weiteren Entwicklungsstörungen kommen. Wenn Sie bei Ihrem Neugeborenen in den ersten Lebensmonaten nicht eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 200 Gramm pro Woche feststellen, es nur langsam wächst und bisweilen eine faltige Haut hat, sollten Sie Ihren Kinderarzt konsultieren. Nur ein Experte kann den Verdacht auf eine Gedeihstörung bestätigen.

Was sind die Ursachen für eine Gedeihstörung beim Baby?

Eine Gedeihstörung ist keine Krankheit, sondern eine Entwicklungsstörung. Deren Ursache liegt häufig in einem Nährstoffmangel, der meist auftritt, wenn die Mutter nicht stillt. Doch auch wenn ein Baby mit Muttermilch gefüttert wird, kann eine unzureichende Ernährung der Mutter zu einem Nährstoffmangel in ihrer Milch führen. Weiterhin wächst ein Baby manchmal zu langsam, wenn es durch eine geringe Milchproduktion unterversorgt ist.

Nach der Stillzeit kann es zudem zu einer Gedeihstörung durch eine problembehaftete Umstellung des Kindes von der reinen Milchmahlzeit auf die Breinahrung kommen. Bestimmte Krankheiten sowie neurologische und psychische Störungen können die Nährstoffaufnahme ebenfalls behindern.

Wie wird die Gedeihstörung diagnostiziert und wie lässt sie sich behandeln?

Symptome einer möglichen Gedeihstörung bemerkt der Kinderarzt zumeist im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Hierbei misst der Mediziner Größe sowie Gewicht des Babys und vergleicht die Werte mit den Durchschnittswerten von Kindern im gleichen Alter. Kleine Abweichungen von der sogenannten Perzentilkurve sind normal. Die genetische Veranlagung beeinflusst die Entwicklung jedes Kindes anders.

Ein Mediziner spricht nur in folgenden Fällen von einer Gedeihstörung: Das Baby wächst nicht oder zu langsam. Wenn diese Entwicklungsstörung festgestellt wird, folgt eine Ursachenforschung. Es wird ermittelt, ob Stillprobleme die Entwicklungsstörung verursachen, der Nährstoffbedarf des Kindes nicht gedeckt ist oder etwaige Krankheiten zu kurieren sind. Im Rahmen der Behandlung erfolgen Kontrolluntersuchungen, um den Entwicklungsstand des Kindes weiterhin zu beobachten.

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Tipps zur Vermeidung einer Gedeihstörung

Ihr Baby wächst zu langsam? Wenn Sie das feststellen, sollten Sie einen Kinderarzt konsultieren. Eine Gedeihstörung kann schwerwiegende Folgen haben, wenn sie nicht erkannt und therapiert wird. Sie kann zu Fehlentwicklungen, Folgeerkrankungen, einem schwachen Immunsystem und einer Infektionsanfälligkeit führen. Gerade Eltern mit wenig Babyerfahrung sollten sich notieren, wie oft ihr Kind seine Milchmahlzeit erhält und wie häufig ein Windelwechsel erforderlich ist. Diese Notizen helfen der Hebamme oder dem Arzt bei der Diagnose. Zudem ist ein umfangreiches Wissen zum Thema Stillen und Beikost elementar.