Aller Anfang ist schwer

Schmerzen, Milchstau und Co.: Typische Probleme beim Stillen

Vor allem am Anfang kommt es bei vielen Müttern zu kleineren Problemen beim Stillen. Meist sind diese ganz normal - wann Sie allerdings zum Arzt gehen sollten, verraten wir hier.

23. September 2020 - 13:24 Uhr

Probleme beim Stillen: Unsicherheit kommt schnell auf

Aller Anfang ist schwer: Das gilt auch für das Stillen. Häufig ist einfach nur die Unsicherheit dafür verantwortlich, dass viele Mütter vorzeitig das Stillen beenden, doch in den seltensten Fällen bekommt das Baby tatsächlich zu wenig Milch. Darüber hinaus können ernsthaftere Komplikationen auftreten. Doch auch wenn es zu Beginn hin und wieder zu Stillproblemen kommt, lohnt sich das Durchhalten, denn die Muttermilch ist die gesündeste und natürlichste Nahrung für das Kind. Außerdem sparen Sie in den ersten Monaten durch das Geben der Brust viel Geld für die künstlich hergestellte Säuglingsnahrung.

Wenn das Stillen schmerzt

Das Stillen tut weh? In der Anfangszeit ist dies oft durch entzündete Brustwarzen der Fall. Tut die ganze Brust weh, könnte dies an einem falschen Anlegen des Kindes oder einer nicht korrekten Saugtechnik des Säuglings liegen. Auch eine Saugverwirrung ist oft für die Leiden der Mutter verantwortlich. Diese kann beispielsweise durch das Gewöhnen an die Flasche entstehen.

Anfangs müssen sich die Brustwarzen noch an das Saugen gewöhnen. Unangenehme Gefühle sind deshalb gerade in den ersten Tagen völlig normal. Halten die Stillprobleme an, dann könnte es auch an einer anatomischen Besonderheit der Brustwarze liegen. Hier schafft zumeist ein Stillhütchen Abhilfe.

Weitere Gründe für Stillprobleme

Manchmal schmerzt die Brust auch bei zu starkem Milcheinschuss, durch den Spannungen entstehen können und sich das Risiko eines Milchstaus oder einer Brustentzündung erhöht. Bei einem Milchstau ist der Milchfluss behindert und die Brust verhärtet sich. Darüber hinaus sind Unannehmlichkeiten beim Milchspendereflex möglich.

Schmerzhaft sind zudem Milchbläschen an der Brustwarze, die häufig mit einem Milchstau einhergehen und für ein stechendes Gefühl sorgen. Gelegentlich sorgen Verspannungen der Brustmuskulatur für Probleme, bei denen der Brustkorb auf die Blutgefäße drückt und eine schmerzhafte Minderdurchblutung verursacht. Ursächlich hierfür ist eine ungünstige Stillposition. Gezielte Massagen sowie Entspannungsübungen und ein korrektes Anlegen beseitigen das Problem.

Weitere vom Baby verursachte Stillprobleme

Auch ein falsches Saugen führt häufig zu Stillproblemen. Hierfür verantwortlich sind zumeist Besonderheiten in der Kiefer- und Mundanatomie des Babys. Auch der Muskeltonus und der neurologische Reifegrad spielen beispielsweise bei Frühgeburten eine Rolle. Außerdem neigen Säuglinge mit Atmungsproblemen, mit Reflux und angeborenen Anomalien zu einem nicht normalen Saugen.

Auch ein zu kurzes Zungenbändchen kann sich negativ auf das Saugverhalten auswirken: Die Zunge ist unbeweglicher und das Baby kann die Brust nicht richtig aussaugen. Bringt eine geänderte Anlegetechnik nicht den gewünschten Erfolg, dann kann der Arzt eine Frenotomie vornehmen. Dabei handelt es sich um einen einfachen Schnitt am Zungenband des Kindes. 

Wann sollten Sie mit Stillproblemen zum Arzt gehen?

Leicht entzündete Brustwarzen vom Stillen kommen häufiger vor und sind kein Grund, sofort den Arzt aufzusuchen. Ganz anders sieht dies bei einer Mastitis, einer schweren Brustentzündung aus. Zu den möglichen Komplikationen einer Mastitis können unter Umständen Abszesse gehören. In seltenen Fällen kann es auch zu einer so genannten Dysbiose, einer Entzündung der Milchgänge, kommen, an der nicht selten Bakterienstämme beteiligt sind, die nach einer medikamentösen Behandlung verlangen.

An und für sich ist es bei größeren Stillproblemen immer hilfreich, einen Facharzt aufzusuchen, denn auch Pilzinfektionen, beispielsweise Soor, können auftreten und lassen sich nur mit medizinischer Hilfe beheben. Doch machen Sie sich keine Sorgen: Diese Komplikationen sind selten. Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen, Ihr Kind zu stillen.