Kochsalz-Skandal in Friesland

Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff: Mehr als 10.000 Betroffene erhalten Entschädigung

In einem Impfzentrum in Friesland bekamen einige Bürger Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff.
In einem Impfzentrum in Friesland bekamen einige Bürger Kochsalzlösung statt Corona-Impfstoff.
© dpa, Mohssen Assanimoghaddam, ass sab len sb sto

17. September 2021 - 8:52 Uhr

Land zahlt zwischen 35 und 50 Euro

Nachdem eine Krankenschwester im Landkreis Friesland mindestens sechs Spritzen mit Kochsalzlösung anstatt Biontech aufgezogen hatte, mussten 10.183 Bürger nachgeimpft werden. Den Betroffenen bieten das Land Niedersachsen und der Landkreis Friesland jetzt eine Entschädigung an. 35 Euro erhalten diejenigen, die eine Impfung wiederholen müssen, 50 Euro, wer zweimal nachgeimpft werden müsse, gab der Landkreis online bekannt.

Betroffene müssen einen Anstrag stellen

Dafür muss ein Antrag gestellt werden, das Formular steht auf der Homepage des Landkreises zum Herunterladen bereit. Es muss ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden und kann dann per E-Mail oder per Post beim Landkreis Friesland eingereicht werden.

Alternativ könne der Vordruck auch bei den Städten und Gemeinden abgeholt werden, teilte der Landkreis weiter mit. Derzeit werde an einem Online-Formular gearbeitet, das von Ende kommender Woche an zur Verfügung stehen solle. Der Nachweis über die Nachholimpfung muss dem Antrag beigefügt werden. Die Kosten übernimmt das Land, die Auszahlung erfolgt über den Landkreis. "Ich möchte ausdrücklich dem Land Niedersachsen danken, dass wir gemeinsam diese unbürokratische Lösung anbieten können", sagte Landrat Sven Ambrosy.

Mindestens sechs Spritzen mit Kochsalzlösung

Im April hatte eine Krankenschwester zugegeben, am Kreisimpfzentrum sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau weitere Spritzen mit Kochsalzlösung aufgezogen haben könnte. Um die möglichen fehlenden Impfungen nachzuholen, sollten daher rund 10.000 Betroffene als Vorsichtsmaßnahme nachgeimpft werden.Gegen die ehemalige Mitarbeiterin des Impfzentrums wird weiterhin wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in Zusammenhang mit den nicht ordnungsgemäß durchgeführten Impfungen ermittelt. (dpa/lzi)