„Tür offen gelassen“ für Verstappen

Mercedes-Aufregung: Hamilton und Wolff kritisieren Bottas-Start

Valtteri Bottas und Lewis Hamilton.
Valtteri Bottas und Lewis Hamilton.
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08. November 2021 - 14:43 Uhr

Ernüchterung beim Weltmeisterteam

Der missratene Mercedes-Start in Mexiko – er sorgt für Ärger. Nach dem Rennen gab es von Lewis Hamilton und Teamchef Toto Wolff deutliche Worte in Richtung Wingman Valtteri Bottas.

Bottas-Einladung an Verstappen

Das Rennen auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez war für die beiden Mercedes-Piloten quasi schon nach der ersten Kurve gegessen. Valtteri Bottas gab die äußere Linie frei, zog leicht nach innen Richtung seines Stallrivalen. Red-Bull-Konkurrent Max Verstappen nutzte erst den Windschatten von Bottas und schoss dann außen vorbei mit einem "Weltklasse"-Manöver und einem ganz späten Bremspunkt.

Während Verstappen den Vorsprung auf 19 Punkte ausbaute, musste Hamilton sogar mit Lokalmatador Sergio Perez um den zweiten Rang hart kämpfen. Bottas tummelte sich nach der Berührung mit McLaren-Fahrer Daniel Ricciardo im Niemandsland und hatte mal wieder Boxenpech. Einziger Erfolg: Er luchste Verstappen kurz vor Schluss die schnellste Rennrunde ab.

"Keine Hoffnung"

Das war nach dem Rennen allerdings kein Thema. Vielmehr: der vermurkste Start von Bottas. "Ich hätte es mir natürlich anders vorgestellt", sagte Hamilton. "In dem Sinne, wenn er einen besseren Start gehabt hätte, dann hätte er mich ziehen können. Aber ich war neben ihm, was gut war, und ich habe nur meine Seite des Tracks gecovert um sicherzustellen, dass keiner innen vorbeikommt", beschrieb Hamilton den Start.

Er habe versucht, egal welcher Red Bull in seinem Rückspiegel auftauchen würde, diesen hinter sich zu lassen. "Ich dachte, Valtteri macht das Gleiche." Sein Teamkollege habe "aber offensichtlich die Tür für Max offen gelassen". Der Niederländer nutzte die Chance und machte laut Hamilton einen "Mega-Job", sich in Kurve eins reinzubremsen. "Ich war innen und auf der schmutzigen Seite, da gab es keine Hoffnung für mich", so die nüchterne Bilanz.

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Motivationsprobleme? Wolff glaubt nicht daran

Ähnliche Kritik gab es vom Vorgesetzten. "Ich glaube, man hätte beim Start auf der linken Seite etwa besser verteidigen können", sagte Teamchef Wolff bei Sky und machte seinem Frust Luft: "Wir versuchen, uns wirklich zu strecken in allen Richtung und daher ist es schon ärgerlich, dass so etwas passiert."

Ein Motivations- oder Konzentrationsproblem bei Bottas, der Mercedes am Ende der Saison verlassen muss, sieht Wolff nicht. "Valtteri ist noch voll bei der Sache, sonst hätte er gestern nicht so eine Runde gefahren", sagte der 49-Jährige mit Blick auf die Pole-Fahrt seines Noch-Angestellten. "Heute ist es unglücklich gelaufen."

Bottas sah wenig Grund zur Selbstkritik. "Der Start war okay, aber Max konnte eben außen vorbeiziehen", sagte er schmallippig. (msc)